56 Neuinfektionen – auch Odenwaldkreis über Grenzwert

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Hessen in den letzten 24 Stunden um 56 gestiegen. Weitere Todesfälle gab es nicht. Die Gesamtzahl der an oder mit Covid-19 Gestorbenen in Hessen blieb damit bei 523.

In der Stadt Offenbach wird auch am Donnerstag der Grenzwert von 20 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Der Wert liegt nun bei 28,7. Auch der Rheingau-Taunus-Kreis liegt mit 22,4 Fällen je 100.000 Einwohner weiter über dieser Marke. Erstmals überschritten wurde die Marke, ab der weitere Beschränkungen möglich sind, auch im Odenwaldkreis: Hier wurden 25,8 Neuinfektionen innerhalb einer Woche gezählt.

Seit Beginn der Pandemie registrierten die Behörden insgesamt 12.310 Ansteckungen mit dem Corona-Virus. Rund 11.100 Betroffene gelten als wieder genesen.

Quelle: Hessenschau online 

Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer/innen aus den Risikogebieten ab Samstag

Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten müssen sich ab Samstag bei ihrer Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Das gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt.

Einen Überblick über alle aktuellen Risikogebiete finden Sie hier.

So berechnet die Corona-Warn-App Ihr Ansteckungsrisiko

Wann schlägt die Corona-Warn-App roten Alarm? Wann hält sie eine Begegnung für harmlos und bleibt grün? Wir haben nachgerechnet.

Die Corona-Warn-App sammelt per Bluetooth Kontaktdaten, schließt über die Signalabschwächung auf den Abstand und berechnet über einen komplexen Algorithmus Ihr Ansteckungsrisiko. Die grundsätzlichen Parameter, die die App dazu heranzieht, sind schon länger bekannt. Doch wie der Algorithmus die konkrete Gefahr berechnet, haben nur wenige verstanden. 

Nun haben die Hersteller SAP und RKI im Repository auf GitHub Beispielrechnungen veröffentlicht, die Entscheidungen des Algorithmus erläutern. Diese lassen sich mit Kenntnissen der Mittelstufenmathematik nachvollziehen, sodass wir sie hier nicht noch einmal wiederholen.

Interessant sind jedoch die Grenzfälle, die auf GitHub nicht beschrieben sind: Wann gibt die App trotz Risikobegegnung eine grüne Entwarnung? Wann schlägt sie roten Alarm? Mit den Entwicklern und Epidemiologen von SAP und vom RKI haben wir diese Grenzfälle nachvollzogen. So verstehen Sie besser, was es bedeutet, wenn die App ihnen beispielsweise eine Risikobegegnung mit grüner Farbe anzeigt.

10 Minuten, 8 Meter, 6 Tage
Wenn die Corona-Warn-App neue Kontaktschlüssel von Infizierten vom Server abruft, berechnet die Risikowerte in zwei Schritten. Zunächst werden alle Begegnungen ausgefiltert, die kürzer als 10 Minuten dauerten, weiter als 8 Meter entfernt waren oder länger als 6 Tage vom Zeitpunkt der Warnung her sind. Alle Begegnungen mit Infizierten, die diese Schwelle überschreiten, gelten als Risikobegegnungen. Die App zeigt die Anzahl und das Datum der jüngsten Risikobegegnung an.

Im zweiten Schritt berechnet die App als Risikowert eine fiktive Dauer. Dazu addiert die App die tatsächliche Dauer aller Risikobegegnungen und gewichtet sie mit Korrekturwerten. Die Korrekturen berücksichtigen den Abstand und die Anzahl der Tage, die seit dem Kontakt bis zur Versendung der Warnung vergangen sind. Ist die berechnete fiktive Dauer über 15 Minuten, dann wird die App-Anzeige rot, ist sie unter 15 Minuten, dann bleibt die App grün.

Liegt der Kontakt zu einem Infizierten zwei bis vier Tage seit der Warnung zurück, genügen bereits zehn reale Minuten im Abstand von bis zu 1,5 Metern, um die App rot zu färben. Im Abstand von 1,5 bis 3 Metern sind dazu ein bis zwei Begegnungen mit 20 realen Minuten nötig.

Liegen Kontakte zu Infizierten hingegen sechs Tage seit der Warnung zurück, kann sich die reale Dauer, bevor die App von grün auf rot umspringt, auf bis zu fünf Begegnungen in drei Meter Abstand mit insgesamt 50 realen Minuten erhöhen.

Wichtig ist dabei: Wenn Sie mehrere Begegnungen mit Infizierten an verschiedenen Tagen hatten, dann nimmt die App zur Berechnung der Risikodauer an, dass Sie alle Infizierten am selben Tag der Begegnung mit der höchsten Infektiösität getroffen haben. Diese liegt im Zeitraum von zwei bis vier Tagen seit der Warnung. Am ersten, fünften und sechsten Tag geht die App von einer niedrigeren Infektiösität aus. Ab dem siebten Tag seit der Warnung hält das RKI sie für so gering, dass die App keine Risikobegegnungen mehr anzeigt. Eine Funktion, die es Infizierten erlaubt, das Datum ihrer ersten Symptome einzutragen, soll in einer der kommenden Versionen der App implementiert werden. Darüber ließen sich die tatsächlichen Zeiträume der höchsten Infektiösität genauer berechnen.

Unsichere Abstandsmessung
Den Abstand misst die App aber nicht direkt, sondern schließt auf ihn anhand der Dämpfung des Bluetooth-Signals. Die Abstandsangaben gelten also nur, wenn das Smartphone optimal ausgerichtet ist und keine Kleidung, Möbel oder Körper die Übertragung behindern. Deshalb können beim ersten Filter bereits Kontakte mit Infizierten durch den Filter fallen, die deutlich näher als acht Meter waren. Und auch bei der Zonenberechnung bis 1,5 Meter und bis drei Meter können Fehler entstehen. Das RKI und SAP gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Begegnungen bis drei Meter tatsächlich in nächster Nähe bis 1,5 Meter waren, und gewichtet sie deshalb mit einem Faktor von 0,5.

Ebenso können die Zeitangaben in Minuten abweichen, da die App aus Akkuspargründen jeweils nur etwa alle fünf Minuten für zwei bis vier Sekunden die Umgebung scannt. Die zuvor genannten 10 Minuten Mindestbegegnungsdauer können sich daher auf bis zu 15 reale Minuten ausdehnen, wenn die Zeitfenster der Scans unglücklich liegen.

Da der entscheidende Zeitraum für Warnungen der App lediglich bei sechs Tagen liegt, ist es umso wichtiger, dass Infizierte ihre Testergebnisse schnell bekommen. Am schnellsten klappt das über QR-Codes, die die App bei der Testabgabe scannt und dann das Ergebnis automatisch abruft. Die QR-Codes stehen auf Formularen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die inzwischen gedruckt sind und an Labore und Ärzte verteilt werden.

Laut SAP seien am 17. Juli in Deutschland 112 von 144 Laboren digital an die Corona-Warn-App angeschlossen gewesen. Bei den übrigen kann es im schlechtesten Fall mehrere Tage dauern, bis das Testergebnis dem Infizierten per Post mitgeteilt wurde.

Geplante Verbesserungen
Aktuell nutzt der Algorithmus der App nur zwei von vier Variablen, um das Ansteckungsrisiko zu berechnen. Die Parameter und Grenzwerte kann das RKI künftig anpassen. Dazu wertet es Forschungsstudien aus. Die App selbst gibt dem RKI keinerlei Rückmeldungen, wie gut oder schlecht die gewählten Parameter funktionieren.

Mit der Version 1.1.1 hat die Corona-Warn-App vor drei Tagen die Informationen zu den Warnungen verbessert und eine türkische Übersetzung hinzugefügt. Die Entwickler arbeiten weiter daran, dass die App auch mit Corona-Warn-Apps im Ausland zusammenarbeitet, genaue Termine gibt es allerdings noch nicht.

Quelle: heise online

Verpflichtende COVID-19-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Minister Klose und Al-Wazir informieren sich über den Aufbau des neuen Testzentrums am Flughafen Frankfurt
 
Es geht los am Flughafen Frankfurt: Hessen bereitet sich an Deutschlands größtem Flughafen auf die verpflichtenden COVID-19-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten vor. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte am Montag eine entsprechende Anordnung zur Testverpflichtung angekündigt, die in Kürze veröffentlicht wird. Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose und Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir haben heute den Flughafen besucht, um sich über den Aufbau des neuen Testzentrums vor Ort zu informieren.

„Die verpflichtenden Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden dazu beitragen, Infektionsketten zu verhindern und die Anzahl der Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau zu halten. Wir setzen nun alle Hebel in Bewegung, um die dafür benötigten Testkapazitäten schnell zur Verfügung stellen zu können“, erklären Klose und Al-Wazir gemeinsam. Das neue Testzentrum wird derzeit aufgebaut, es befindet sich im Übergang zwischen Terminal 1 und dem Fernbahnhof. Der Start der verpflichtenden Tests basiert auf Schätzungen zum Aufkommen von Reiserückkehrern aus Risikogebieten. Dies bringt mit sich, dass das Land nach Inbetriebnahme der Teststationen die bereitzustellenden Testkapazitäten gegebenenfalls an den tatsächlichen Bedarf für Testungen anpassen wird.
 
Sozialminister Klose erläutert: „Wir beobachten derzeit einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen, der in der derzeitigen Urlaubs- und Ferienzeit auch auf die Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückzuführen ist. Neben den bereits bekannten und nach wie vor wichtigen Regeln zu Abstand, Hygiene und Mund-Nase-Schutz, ist es deshalb wichtig, dass wir nun gezielt die Bürgerinnen und Bürger testen, die aus Risikogebieten zurück nach Deutschland einreisen. So schaffen wir ein Stück Sicherheit für sie und verhindern größere Infektionsgeschehen, die zu einem neuerlichen Lockdown führen könnten.“ Klose appelliert an die Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer aus Risikogebieten, der Testverpflichtung nachzukommen: „Durch den Test schützen Sie sich selbst und Ihre Mitmenschen.“
 
„Die Luftfahrtbranche leidet weiterhin unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Krise, in der sich die Luftfahrt derzeit befindet, ist wohl die schwerwiegendste, die es je gab. Es wird einige Jahre brauchen, bis wir wieder annähernd auf dem Vor-Corona-Niveau sein werden. Das hat Auswirkungen auf den Frankfurter Flughafen, den Standort Rhein-Main und ganz Hessen. Die kostenlosen, verpflichtenden Tests für Reisende aus Risikogebieten können einerseits den Reisenden ein Mehr an Sicherheit bieten und andererseits helfen, dass eventuelle Infektionen von Einreisenden erkannt und damit mögliche Ansteckungen verhindert werden können“, sagt Wirtschafts- und Verkehrsministerminister Tarek Al-Wazir am Frankfurter Flughafen.
           
Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, ergänzt: „Die Luftfahrtbranche hat frühzeitig umfassende Maßnahmen umgesetzt, um den Infektionsschutz am Boden und in der Luft bestmöglich sicherzustellen. Am Frankfurter Flughafen gibt es zudem bereits länger die Möglichkeit, sich freiwillig auf das Corona-Virus testen zu lassen. Wir begrüßen die neuen, kostenlosen Testmöglichkeiten als einen zusätzlichen, wichtigen Baustein des bestehenden Schutzkonzepts und unterstützen die Behörden bei der Umsetzung.“

Quelle: Pressemitteilung des HMSI

Kreisklinik Groß-Umstadt öffnet wieder für Besucherinnen und Besucher

Zum Schutz der Patientinnen und Patienten hatte die Kreisklinik Groß-Umstadt vergangenen Mittwoch (22.) wieder ein Besuchsverbot ausgesprochen, da erneut Patienten mit COVID-19 stationär behandelt wurden. Seit gestern sind keine Corona-Positiven mehr in den Kreiskliniken Groß-Umstadt. Das Besuchsverbot wird daher ab Samstag, 1. August, bis auf weiteres aufgehoben.

Sollten zukünftig wieder Personen mit Verdacht auf das Coronavirus stationär aufgenommen werden, behält sich die Klinikleitung vor, ein erneutes Besuchsverbot auszusprechen, auch wenn die Isolierstation räumlich und organisatorisch von anderen Stationen getrennt ist und versorgt wird. Dies dient ausschließlich zum Schutz der Patienten, den Mitarbeitern und den Besuchern.
 
Besuchsregeln
Die Besuchszeit ist von 14 bis 17 Uhr. In den ersten sechs Tagen sind insgesamt zwei Besuche erlaubt. Pro Besuch darf eine Person kommen. Ab dem siebten Tag kann ein Patient einen Besucher pro Tag empfangen. Die Dauer des Besuchs ist auf maximal 1 Stunde begrenzt. Besuche sind nur unter Einhaltung der allgemeinen Abstands- und Hygieneregelungen möglich. Im gesamten Klinikgebäude gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung.
Der Zugang für Besucher ist nur über den Haupteingang möglich. Dort muss jeder Besucher ein Formular zur Besucherregistrierung vorlegen. Das Formular kann auf der Internetseite der Kreiskliniken unter www.kreiskliniken-darmstadt-dieburg.de/ herunterladen geladen werden. Das Besuchsformular ist ausgefüllt mitzubringen. So können Warteschlangen an den Eingängen vermieden werden. Dennoch kann es zu Wartezeiten am Eingang kommen.
 
Die Kreiskliniken legen großen Wert auf die Einhaltung der Hygienevorschriften. Zum Schutz der Gesundheit müssen die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen unbedingt eingehalten werden. Wer sich krank fühlt, bleibt zu Hause und verzichtet auf einen Besuch.

Corona in Deutschland: Kopflos in eine zweite Welle?

Sommer, Sonne, Sorglosigkeit: Die Infektionszahlen in Deutschland steigen wieder – und Wissenschaftler warnen, dass die Lage schnell ernst werden könnte. Nun besteht Handlungsbedarf.

In dieser Woche steigen in Deutschland die Temperaturen, die Sommerferien laufen und ein bisschen fühlt es sich so an, als sei der Krisenmodus beendet: Einkaufsmeilen sind proppevoll, Badeseen gut besucht und in den Szenevierteln von Großstädten wie Hamburg oder Berlin wird wieder auf den Straßen gefeiert und in Bars getrunken.

Die um sich greifende Sorglosigkeit bereitet Wissenschaftlern und auch vielen Politikern große Sorgen. Denn während Deutschland sommerliche Lockerungsübungen macht, steigen die Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus wieder an. “Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie”, sagte der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Dienstag und betonte, es könne sich um den Beginn einer zweiten Welle handeln.

Infektionsgeschehen auch überregional wieder stärker

Nach den aktuellen Daten des RKI ist die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland zuletzt an einem Tag um 684 gestiegen. Insgesamt liegt sie bei 206.926. Infektionen würden von Familienfeiern, aus Arbeitsstätten aber auch aus Altenheimen gemeldet, so Wieler. Auch wenn der Begriff der zweiten Welle nicht von allen Experten für passend und präzise empfunden wird, so besteht doch Einigkeit darüber, dass sich das Infektionsgeschehen derzeit erneut in eine gefährliche Richtung entwickelt.

Besonders beunruhigend ist aus Sicht der Wissenschaftler, dass die Pandemie auch überregional wieder an Fahrt gewinnt. “Die Ausbreitung in der Fläche und viele einzelne Herde: Das unterscheidet die jetzige Situation von den Ausbrüchen in der Vergangenheit, wo wir eben Gütersloh oder Frankfurt hatten, also sehr homogene Gruppen”, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit in den Tagesthemen. Auch die Reiserückkehrer stellten eine neue Herausforderung dar: “Das sind viele Baustellen, wo die Politik, aber auch die Wissenschaft reagieren muss.”

Grüne kritisieren “hektisches Fahren auf Sicht”

Während alle Menschen mit dem Einhalten von Abstands- und Hygieneregeln sowie dem Tragen von Masken ihren Beitrag dazu leisten können, Infektionen zu verhindern, bedarf es auch übergeordneter politischer Prävention. Und genau diese vermisst die Opposition zunehmend. “Das hektische Fahren auf Sicht bereitet mir große Sorgen”, sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt dem “Spiegel”. “Stattdessen brauchen wir ein vorausschauendes und einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern.” Konkret forderten die Grünen zwischen Bund und Ländern vereinbarte Pandemieschutzpläne, ein verbindliches Konzept für bundesweite Corona-Tests, Transparenz und verbindliche Meldekriterien für Infektionszahlen.

Außerdem warf Göring-Eckardt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) persönlich Versäumnisse vor. Sie fragte, ob Spahn und die Bundesländer eigentlich nichts aus den Ereignissen im österreichischen Ischgl im Februar gelernt hätten, wo auf Partys viele Menschen angesteckt wurden. Urlaubsrückkehrer dürften nicht erneut unbemerkt Corona-Infektionen mitbringen. “Dafür hätten Bund und Länder rechtzeitig vorsorgen müssen.”

Urlaubsrückkehrer als Risiko

Tatsächlich kündigte Spahn erst am Montag eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten an. Sie soll voraussichtlich in der kommenden Woche in Kraft treten. Am Frankfurter Flughafen ist bereits ein Corona-Testzentrum eröffnet worden, am Flughafen Berlin-Tegel werden ab diesem Mittwoch Tests für Passagiere aus den offiziellen Problemregionen angeboten. Bei Deutschen beliebte Urlaubsgebiete wie die spanische Costa Brava oder die Metropole Barcelona wurden allerdings trotz stark steigender Fallzahlen von der Bundesregierung noch nicht zu Risikogebieten erklärt – während Großbritannien und Norwegen sogar eine Quarantäne-Regelung für Spanien-Rückkehrer eingeführt haben.

Eine Lösung könnte sein, auch Urlaubern, die aus Nicht-Risikogebieten einreisen, die Möglichkeit zu freiwilligen Tests zu geben. Von vielen Politikern wird eine solche Ausweitung des Testangebots bereits gefordert. Denn allen Beteiligten ist klar, dass Menschen, die aus dem Urlaub in ihre Betriebe oder Schulen zurückkehren, ein erhebliches Risiko mit sich bringen – und zwar nicht nur für die Gesundheit ihrer Mitmenschen, sondern auch für die Wirtschaft. Ein erneutes Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens würde Milliarden kosten und könnte zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz treiben.

Altmaier von Fallzahlen beunruhigt

“Wir waren wirtschaftlich in den letzten Wochen besser als viele erwartet haben”, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier der Nachrichtenagentur dpa. “Der Aufschwung deutet sich bereits an und wird in der zweiten Jahreshälfte an Tempo gewinnen. Aber alles steht unter dem Vorbehalt der Gesundheit der Menschen. Und deshalb müssen uns die Fallzahlen beunruhigen.” Altmaier zeigte sich überzeugt, dass durch entschlossenes Handeln und eine Zusammenarbeit von Bundesländern, Gesundheitsbehörden, Ärzten und Krankenhäusern nicht nur medizinische Erfolge erzielt, sondern auch eine große Insolvenzwelle verhindert werden könne.

Ein solches entschlossenes Handeln wünschen sich derzeit auch viele Lehrer und Eltern von der Politik. Denn wenn am kommenden Montag Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland die Sommerferien beendet, beginnt ein Schuljahr, für das die Kultusminister einen Regelbetrieb zur Vorgabe gemacht haben. Der Deutsche Lehrerverband befürchtet ein “großes Durcheinander”. Ein regelmäßiges Lüften der Klassenräume, wie es die Kultusminister vorsehen, sei illusorisch und viele Lehrer gehörten obendrein zur Risikogruppe – sie drohten für den Präsenzunterricht auszufallen.

Virologe fordert Stärkung der Gesundheitsämter

Virologe Schmidt-Chanasit mahnt denn auch in den Tagesthemen angesichts von Lockerungen und Nachlässigkeiten allgemein zur Vorsicht und fordert eine weiter verbesserte Präventionsarbeit: “Die Situation ist noch beherrschbar, aber das kann auch sehr schnell aus dem Ruder laufen.” Für ihn seien neben dem Einhalten von Abstands- und Hygieneregeln noch mehr Tests und eine Stärkung der Gesundheitsämter die wichtigsten Maßnahmen. Nur so könne das Infektionsgeschehen niedrig gehalten werden.

Quelle: Tagesschau online 

Wie die Corona-Testpflicht funktioniert

Die Corona-Pflichttests für Rückkehrende aus Risikogebieten kommen. Wie ist die rechtliche Grundlage? Wer muss in Quarantäne? Was bringt das? Die wichtigsten Antworten:

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wird verpflichtende Corona-Tests für Menschen anordnen, die aus Risikogebieten nach Deutschland einreisen. Die Ressortchefs von Bund und Ländern haben sich auf die Details geeinigt. Ab kommender Woche soll die Verordnung fertig sein und in Kraft treten. Was ändert sich dann? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Wer wird künftig getestet?
Alle Menschen, die aus einem vom Robert Koch-Institut definierten Risikogebiet nach Deutschland einreisen, sind künftig verpflichtet, sich einem Test zu unterziehen – und zwar auch, wenn sie mit dem Schiff, der Bahn, dem Bus oder dem Auto über die Grenze kommen. Airlines, Reedereien, Bus- und Bahnbetreiber werden verpflichtet, spätestens auf dem Weg nach Deutschland an Bord mehrsprachige Infoblätter zur Testpflicht zu verteilen. Bisher konnten sich Rückkehrende schon freiwillig testen lassen. 

Was ist ein Risikogebiet?
Das entscheidet das Robert Koch-Institut. Es führt eine Liste der Länder und Regionen, in denen für Reisende ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Sie umfasst “fast die ganze Welt außerhalb der EU”, wie Spahn sagt, darunter mehrere südosteuropäische Staaten, aber auch Luxemburg in Mitteleuropa. Die Liste wird ständig aktualisiert. Maßgeblich dafür sind Faktoren wie die Neuinfiziertenzahl pro 100.000 Einwohner in dem Land (wenn höher als 50) oder die dort geltenden staatlichen Schutzmaßnahmen. Auch wer aus keinem Risikogebiet kommt, soll sich künftig innerhalb von 72 Stunden testen lassen können. Dieser Test wäre allerdings freiwillig.

Was bringt ein solcher Test?
Das Ergebnis eines unmittelbar nach der Wiedereinreise vorgenommenen Tests ist nur bedingt aussagekräftig. Wer sich erst kurz vor der Abfahrt ansteckte, bei dem lässt sich das Virus möglicherweise noch gar nicht nachweisen. Aus medizinischer Sicht vernünftig wäre es deshalb, nicht nur positiv Getestete verpflichtend in die häusliche Quarantäne zu schicken, sondern auch die negativ Getesteten davon zu überzeugen, vorerst noch zu Hause zu bleiben – um sie dann nach einigen Tagen erneut zu testen. Die Gesundheitsminister haben sich allerdings darauf geeinigt, dass eine Quarantäne für Getestete mit negativem Ergebnis freiwillig bleiben soll. 

Für wen ist die zweiwöchige häusliche Quarantäne Pflicht?
Jede und jeder, der aus einem Risikogebiet kommt, muss nach wie vor in Quarantäne. Das ist unabhängig von den neuen Vorschriften zum Test. Wer positiv getestet wird, also infiziert ist, muss in Quarantäne bleiben. Ein negatives Testergebnis kann die Quarantäne beenden, heißt es im Beschluss der Gesundheitsminister. Sie empfehlen zudem einen Wiederholungstest nach etwa fünf bis sieben Tagen, da Tests stets “nur eine Momentaufnahme” zeigen. 

Quelle: Zeit online 

Auswärtiges Amt rät von Urlaubsreisen nach Katalonien ab

Betroffen sind auch die Touristenmetropole Barcelona, die Strände der Costa Brava sowie die Regionen Aragón und Navarra. Die Balearen und die Kanaren bleiben vorerst verschont.

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Spanien rät das Auswärtige Amt nun von touristischen Reisen in mehrere Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren bleiben verschont. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt am Dienstag in seinen Reisehinweisen für Spanien mit den „hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen“.

Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist quasi eine Alarmstufe darunter.

„Die Lage ist sehr kritisch“

Das Auswärtige Amt hatte die Reisewarnung für das besonders stark von der Corona-Pandemie getroffene Spanien erst am 21. Juni aufgehoben, nachdem die Regierung einen 14-wöchigen Notstand beendet hatte. Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Tagen in einigen Gebieten wieder dramatisch gestiegen.
Die drei am stärksten betroffenen Regionen werden von der Bundesregierung aber trotz der hohen Infektionszahlen zunächst nicht zu Risikogebieten gezählt. Rückkehrer aus solchen Gebieten müssen künftig in Deutschland einen Corona-Test machen. In der Europäischen Union gilt das derzeit nur für Luxemburg.

Die katalanische Gesundheitsbehörde teilte am Montagabend mit, dass in den vergangenen 24 Stunden 724 neue Infektionen registriert worden seien. Regionalpräsident Quim Torra rief die Menschen zu größter Vorsicht auf. „Die Lage ist sehr kritisch“, sagte er. Die nächsten zehn Tage seien „die wichtigsten dieses Sommers“. Man befinde sich schon fast wieder in einer Situation wie im März. Wenn die Zahlen weiter stiegen, müssten drastischere Maßnahmen ergriffen werden. Ausgangsbeschränkungen würden dann nicht mehr ausgeschlossen.

Die katalanische Regionalregierung bedauert dagegen, dass das Auswärtige Amt von Reisen in das nordspanische Gebiet abrät. Die Regionalregierung handle verantwortungsvoll und bemühe sich, Leben zu schützen. Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Zudem hat das Land aufgrund der Folgen der Pandemie allein im zweiten Quartal dieses Jahres mehr als eine Million Arbeitsplätze verloren. Arbeiter, die in Zwangsurlaub geschickt worden sind, sind da noch nicht eingerechnet.

Großbritannien hatte am Sonntag mit einer deutlich drastischeren Maßnahme als Deutschland auf die neue Infektionswelle reagiert und eine zweiwöchige Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ganz Spanien verhängt. Dies habe der spanischen Tourismusbranche „den Rest gegeben“, schrieb die Tageszeitung „El País“ am Montag. Die spanische Tourismusindustrie kommt in Normalzeiten für zwölf Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts auf.

Aktuelle Covid-19-Risikogebiete und Reisewarnungen wegen Corona

Das Robert-Koch-Institut stuft derzeit viele Länder als Risikogebiete ein. Bis zum 31. August hat das Auswärtige Amt zudem Reisewarnungen für die meisten Staaten außerhalb von EU und Schengenraum ausgesprochen. Wer eine Reise plant, sollte sich vorher über die Lage im Zielland informieren.

Quelle: FAZ online 

 

Spahn will Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten angekündigt. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag mitteilte, teilte Spahn sein Vorhaben den Gesundheitsministern der Länder mit. “Wir müssen verhindern, dass Rückkehrer unbemerkt andere anstecken und neue Infektionsketten auslösen”, so der Minister.

Eine entsprechende Verordnung soll kommende Woche in Kraft treten. Die Pflichttest sollen für die Reisenden laut Ministerium kostenfrei sein.

Auch Klose ist für Corona-Pflichttests für Reisende aus Risikogebieten

Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) hat sich für verpflichtende Corona-Tests bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag eine entsprechende Testpflicht angekündigt. Ob der Beschluss rechtssicher sei, müssten die Gerichte noch prüfen, sagte Klose im Deutschlandfunk. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein, sagte Spahn in verschiedenen Medien.

Klose betonte, der weitere Weg durch die Pandemie hänge davon ab, dass Einzelne ihre Eigenverantwortung für sich und die Gemeinschaft wahrnähmen. Entsprechend habe er zwar Verständnis, wenn gefordert werde, Reisende aus Risikogebieten sollten die Kosten für einen Corona-Test zumindest teilweise selbst übernehmen. “Auf der anderen Seite steht unser gemeinschaftliches Interesse,
möglichst keine Infektionsherde neu im Land zu haben.”

Quelle: Hessenschau