Kolumne vom 20.05.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ein alter Informatiker-Witz: „Wie nennt der IT‘ler seinen Friseursalon?“ – „Schnittstelle“. Die Friseure dürfen wieder öffnen, ebenso wie viele andere, der Bedarf an Einmal-Handschuhen ist durch die Öffnung nicht nur dieses Zweiges gestiegen. Schnittstelle zur Be(ob)achtung der Corona-Regeln ist nicht nur das Ordnungsamt, sondern auch der Fachbereich V Soziales und Familie. Dort werden Anfragen, Rückfragen etc. von Vereinen und Kitas erfasst, bearbeitet und weitergeleitet.

Im Bereich Bauen tut sich einiges. Lückenschlüsse sind unterwegs, Bauprojekte wie die Kita in der Abschlussphase, die Dämmung des Mensagebäudes an der Offenen Schule aber auch der Rückbau an der Kaserne sind einige Beispiele für den Fortgang. Der erste alte Geschosswohnungsbau an der B26 hat einen Dämm-Material-Striptease hingelegt und wird wohl noch vor Ende der Sommerferien fallen.

Die grundhafte Erneuerung von Straßen ist in den Stadtteilen Harpertshausen und Langstadt abgeschlossen, die Endabrechnung steht zeitnah an. Beide Stadtteile werden im nächsten Zyklus keine erneuten Maßnahmen bekommen, die anderen Stadtteile sind dran. In Langstadt wird die Abschlusszahlung etwas geringer ausfallen, die Ufermaßnahmen waren einfacher und günstiger als kalkuliert. In Corona-Zeiten fassen wir die Zahlungsziele entsprechend weiter, die Fristen sind verlängert, bei Bedarf kann Stundung beantragt werden, sogar bald online.

Die Corona Lage wird komplexer: Eine vollständige Schließung ist in einem Satz festzulegen, die vorsichtige Öffnung weit schwieriger zu formulieren. Die Frage, was unter 100 Personen an Möglichkeiten besteht und was nicht, ist jedes mal ein Abwägungsprozess und erfordert einen intensiven Blick in die Verordnungen, die nach wie vor recht stringent bezüglich der Abstände bei Ansammlungen von Menschen auszulegen sind. Das fällt gerade auch im Verein schwer. Aber auch privat sollte die Vorsicht weiter oberstes Gebot sein. Gerade an Himmelfahrt / Vatertag sind „kreative Auslegungen“ nicht zielführend. Ein moderater Anstieg der Zahlen ist bereits festzustellen, wir wollen den Wonnemonat nicht zum Virusmonat machen.

Bei Zahlen bleibend warten wir auf belastbare Informationen aus der Steuerschätzung und den Termin für die Steuerschätzung im Spätsommer. Das Ministerium gibt deutliche Hinweise, erst mit validen Zahlen in die Planung des Haushalts 2021 einzusteigen. Da diese kaum vor dem vierten Quartal vorliegen, wirft das unsere Zeitplanung zurück, trotzdem werden wir dieses Thema fest im Fokus behalten. Zudem hat unser Ministerpräsident gewarnt, trotz Einnahmeverlust „nicht in die Krise hinein zu sparen“. Viele Bürger*innen sind mit dabei, gestalten Gärten und renovieren Häuser, sanieren und dämmen Fassaden, unsere Stadt wird schöner. Auch die Stadt treibt Straßen- und Brückensanierungen weiter voran, wo die Finanzen dies erlauben.

Brennende Themen bleiben Schwimmbad und Ferienspiele. Bei beiden sind kreative Ansätze in der Abstimmung auch mit übergeordneten Behörden.

Viele Grüße aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, gelassen und auf Abstand, gerade auch am Vatertag,

Ihr Achim Knoke

Kolumne vom 14.05.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Babenhäuser Straße würde in der westfälischen Heimat aus Babenhausener Straße daherkommen, in Babenhausen (Schwaben) aber als Babenhauser Straße, klingt mir merkwürdig im Ohr. Die Stadtmühle dort ist kein Elektrizitäts- sondern ein Sägewerk – nun Hauptsache, es gibt eine. Auch sonst ist unsere Namensschwester im Unterallgäu mit dem Fuggerschloss eine Visite wert.

Unsere Partnerstadt Lichtentanne in Sachsen hat ebenso wie wir viele Aufgaben durch die neuen Freiheiten erhalten, die die Lockerung der Vorschriften zur Corona-Bekämpfung mit sich bringen, dort ist Beispielsweise der Kitabetrieb anders geregelt und bedarf intensivster Aufmerksamkeit in Folge der Neuerungen.

Wir regeln gerade die Anmeldung für Kitaplätze neu und modern – auch im Zuge der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG). Ein Online-Werkzeug ist in der administrativen Feinabstimmung und wird uns bald für alle Einrichtungen und Betreiber zur Verfügung stehen. Mit den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung wurden vergangenen Donnerstag Weichen zukunftsweisend gestellt. Trotz Pandemie gestalten wir die Zukunft unserer Stadt nach Kräften weiter, Ihre Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck gerade auch an diesen Projekten.

Mit den notwendigen Vorbereitungen steht das Rathaus nun wieder vollumfänglich zur Verfügung. Zwar noch mit Terminen, um Abstände und Wartesituationen steuern zu können – aber für alle statt nur die dringlichsten Anliegen sind wir wieder für Sie da.

Das Schwimmbad bleibt auf Verordnung des Landes geschlossen bis mindestens zum 5. Juni. Statt am 01. Mai nun am Muttertag zu eröffnen, lässt der Sonne Zeit, das Wasser zu erwärmen, trotzdem ist ohne Heizungsunterstützung das Wasser noch kalt. Im Juni kann das schon anders sein. Allerdings gibt es Stand heute keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu vielen offenen Fragen des Betriebs unter Corona-Bedingungen. Ende Mai wissen wir hoffentlich mehr. Alle Freibad-Kommunen im Landkreis beschäftigt dieses Thema.

Bis Ende Mai sind auch die Restarbeiten am neuen Kindergarten in der Martin-Luther-Straße abgeschlossen, die gegenwärtige Witterung gibt den Außenanlagen die Chance, schnell richtig grün zu werden. Die Regenfälle am Wochenanfang helfen außerdem Wald und Feld und reduzieren die Waldbrandgefahr, die uns über den Sommer wohl auch wieder packt. Muttertag und leeres Schwimmbad, Sommernachtsfest der Feuerwehr abgesagt, wir sind weit weg von „normalen Verhältnissen“, denken schon Richtung Altstadtfest und Weihnachtsmarkt und das normale Grippegeschehen im Winter. Auch wenn die momentane Situation es schwermacht, die gestalterischen Kräfte in Babenhausen lassen sich nicht unterkriegen, zusammen arbeiten wir daran, das Beste aus der Situation herauszuholen.

Viele Grüße aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, gelassen und auf Abstand,

Ihr Achim Knoke

Kolumne vom 07.05.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

mit der Lockerung der Einschränkungen, die die Corona-Bekämpfung bislang mit sich brachte, ist auf den Straßen mehr Verkehr festzustellen. Damit einher gehen Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung (StVO), die unter anderem darauf abzielen, die Radfahrer besser zu schützen, das Radeln sicherer zu machen. Damit geht auch das Projekt zum Ausprobieren von e-Bikes und Pedelecs in die nächste Runde, das Portal zum Buchen einer zweiwöchigen Testzeit http://radfahren-neu-entdecken.de ist wieder geöffnet.

Für die Autofahrer bedeutet dieser Schutz der schwächeren Teilnehmer ohne Knautschzone höhere Verwarn- und Bußgelder beim Falschparken oder engen Überholen sowie die Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit beim Rechtsabbiegen.

Auf die Radtour am 01. Mai haben vernünftigerweise viele verzichtet und es war auch sonst ruhig. Fast gespenstisch muteten die Areale an, die sonst mit geselligem Publikumsverkehr einladen, vom Kirchplatz St. Josef ohne Kirchweih bis zum Feuerwehrhaus Langstadt, vom Wittmunder Platz in Harpertshausen oder den Anglern in Hergershausen bis zum Flussufer in Harreshausen, selbst an Reithalle und Friedel-Wiesinger-Halle keine Menschenansammlungen – Gott und Wetter sei Dank.

Die langsamen Öffnungen sind zwar zwischen den Ländern abgestimmt, trotzdem kommt es zu unterschiedlichen Herangehensweisen und Zeitplänen, hier ist im Föderalismus unseres Landes z.B im Schulwesen mit unterschiedlichen Ferienzeiten durchaus eine unterschiedliche Herangehensweise nachvollziehbar, es gibt aber auch Fragen, warum es an einer Stelle so und dort dann doch anders gehandhabt wird. Das sieht man auch im Landkreis. Wer große Trauzimmer oder Trauerhallen hat, kann anders mit den RKI-Bestimmungen arbeiten als in historisch zwar ansprechenden aber manchmal engeren Gegebenheiten. Hier braucht es einfach auf das Verständnis, dass alle, die dafür Verantwortung tragen, die Maßnahmen nach bestem Wissen und zum Wohle der Allgemeinheit organisieren wollen. Die Spielplätze werden zeitnah wieder öffnen. Allerdings ist das in dicht bebauten großen Städten dringender als bei uns, wo die Kinder auch schnell in Wald und Flur sind. Auch hier muss die Verkehrssicherheit gewährleistet sein. Und Kinder halten eben die wichtigste – nämlich die Abstandsregel – dann doch nicht immer ein, wenn der Spieltrieb die Oberhand gewinnt.

Während am Mehrzweckgebäude der offenen Schule die Fenster eingesetzt sind, ist unsere Kita in der Martin-Luther-Straße inzwischen Großteils eingeräumt. Vereinet Kräfte von Erzieher*innen und Bauhof haben die Umzug gestemmt, ein örtliches Transportunternehmen hatte nach dem Einbruch im Sophie-Kehl-Haus noch tatkräftig unterstützt – wie der Blitz waren sie zur Stelle. Danke.

Da nach der Sitzung des Corona-Kabinetts am Freitag noch einige Fragen offengeblieben sind, arbeiten wir an den bereits entschiedenen Punkten zu Ihrer Sicherheit weiter und erwarten gespannt die nächsten Entscheidungen am gestrigen Mittwoch.

Viele Grüße aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, gelassen und auf Abstand,

Ihr Achim Knoke

Kolumne vom 30.04.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wenn Sie diese Zeilen lesen, haben Bund und Länder sich wahrscheinlich schon kurzgeschlossen und verlauten lassen, wie es weitergehen soll. Bislang sind die meisten Menschen sensibel und abgeklärt genug, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Dies zeigt sich in den stabilen Werten in den Gesundheitsbereichen Krankenhaus, Rettungsdienst, Gesundheitsamt. Bislang täglich und weiter mehrfach wöchentlich besprechen wir den aktuellen Stand der Maßnahmen, von Notbetreuung in Schulen und Kitas über Sozialdienstleistereinsatzgesetz bis hin zu den Vorkehrungen in den Seniorenresidenzen.

Jubilaren kann derzeit nur telefonisch gratuliert werden, kleine Aufmerksamkeiten stellen wir RKI-konform vor die Tür.

Mit der ersten Lockerung der Maßnahmen ist der Recyclinghof wieder in Betrieb. Um lange Schlangen in den Zufahrten und dichtes Gedränge auf dem Hof zu vermeiden, bewähren sich die vorübergehend ausgedehnten Öffnungszeiten. Lieber nehmen wir etwas Leerlauf in Kauf als Infektionsgefahr steigernde Enge.

Das Rechnungsprüfungsamt arbeitet vom HomeOffice aus an unseren Jahresabschlüssen und wird alle offenen Vorgänge abarbeiten, auch, weil wir sie für den Antrag aus Mitteln aus dem Landesausgleichsstock benötigen. Auch sonst ist gerade im Finanzbereich nicht nur das Regelgeschäft wie der erste Quartalsbericht im Gange. Praktisch täglich werden Berechnungen aktualisiert, Zahlungsflüsse betrachtet, Liquidität gesichert. Gemeinsam durch alle Fachbereiche zieht sich diese Informationssammlung.

Zum Schwimmbad erwarten wir weitere Regelungen und Erkenntnisse. Das Chlorwasser ist Gift für das Covid-19 Virus. welche weiteren Bedingungen greifen müssen, um einen Betrieb sicher zu gestalten, ist bislang ungewiss. Entsprechend ist auch eine Eröffnung noch nicht mit Termin versehen. Auch hier sind Weisungen von Bund und Land erwartet.

In dem Zuge ist das Förderprogramm SWIM zur Unterstützung von Schwimmbädern in unserem Fokus, leider spart es das uns drängende Problem „Planschbecken“ explizit aus.

Auch zum Online-Zugangs-Gesetz (OZG) gibt es weitere Hinweise auf Fördermittel bei Interkommunaler Zusammenarbeit, die bereits in Vorbereitung ist. Hier sind wir ebenfalls im Schulterschluss mit den Nachbarkommunen.

Erstkommunion ausgefallen, kein Kirchgang an Ostern, der 1. Mai reiht sich ein in eine Liste von Tagen, die wir anders gewohnt sind. Die übliche Radtour um alle Stadtteile, die Gastfreundschaft der Vereine fehlt uns allen sicher. Den Vereinen fehlen die Einnahmen. Für sie gibt es Unterstützung im Rahmen der Soforthilfe des Landes. Unser Maianfang wird ohne Tanz in den Wonnemonat beginnen, das lange Wochenende hatten viele anders geplant. Suchen Sie sich einen Lieblingsplatz, machen Sie es sich gemütlich, rufen Sie einen alten Freund an, oder ganz altmodisch: mal wieder einen Brief schreiben …

Viele haben wie ich im Mai Hochzeitstag, für meine Tanja und mich wäre es der 25. Keine Party, die Trauzeugen bleiben daheim, wir feiern zu zweit. „… in guten wie in schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit …“ haben wir versprochen. Die guten Tage überwiegen bei weitem und die schlechten schweißen nur noch mehr zusammen.

Viele Grüße zum Maibeginn aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, gelassen und kreativ,

Ihr Achim Knoke

Kolumne vom 23.04.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir finden Lösungen! Wie können wir unseren derzeit noch eingeschränkten Service für Sie unter Einhaltung der Sicherheitsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der gesetzlichen Regelungen wieder in normale Bahnen lenken? Es werden Gefahrenanalysen für die Publikumsbereiche erstellt, wir beschaffen wo noch nicht geschehen Plexiglasscheiben. Der Recyclinghof wird wieder öffnen, auch hier mit zunächst längeren Öffnungszeiten und unter Einhaltung von Regeln zu unser aller Schutz. Auch die Öffnung der Stadtbücherei wird unter diesen Aspekten betrachtet.

Wo möglich bieten wir den Kollegen HomeOffice an, die dadurch dann freien Büros werden zur Entzerrung von Doppelbüros genutzt, wenn dort die Abstandsregelungen nur schwer einzuhalten sind. Schichtpläne werden aufgestellt, um potentielle Kontakte möglichst zu vermeiden oder sehr kurz zu halten. Bis wir soweit sind, bitten wir weiter um Terminabstimmung und per Telefon oder Email.

Die Gremienarbeit wird durch neue Wege ermöglicht. Informationen, die sonst in Ausschusssitzungen verteilt und diskutiert werden, verlagern sich ins Internet, um am Ende gut informierten Entscheidungsträgern die Möglichkeit für gute Beschlüsse zum Wohle unserer Stadt zu ermöglichen. Wo persönliche Anwesenheit erforderlich ist, halten wir die RKI-Regeln ein. Auch dazu sind Vorbereitungen nötig und getätigt.

Noch offen sind Themen wie ein Betrieb des Schwimmbades oder die Ferienspiele. Verhalten sich die Menschen weiter vernünftig? Oder sind in den kommenden zwei Wochen Unvorsichtigkeit und alte Verhaltensmuster soweit zurückgekehrt, dass die Infektionszahlen plötzlich doch gewaltig ansteigen? Ich habe großes Vertrauen in die Umsicht meiner Babenhäuser. Wir gehen nicht einfach zur Tagesordnung über und riskieren keinesfalls Gesundheit oder Leben unserer Familien, Freunde und Nachbarn.

Deswegen sind auch die Kollegen des Ordnungsamtes unterwegs, um Unklarheiten zu korrigieren und den richtigen Weg zu weisen. Bislang gab es wenige Situationen, in denen das Einsehen versagt blieb.

Der Griff des Virus lockert sich. Das verschafft uns mehr Freiheiten, unser Leben zu gestalten, überträgt uns aber auch mehr Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen, jedem einzelnen von uns. Mit Geduld, Weitsicht, gutem Willen und der nötigen Gelassenheit werden wir auch kritische Situationen meistern.

Viele Grüße aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, gelassen und kreativ,

Ihr Achim Knoke

Kolumne vom 16.04.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ein Osterfest, dass uns allen in Erinnerung bleiben wird, liegt hinter uns. Vollgas gibt die Natur, die Kirschblüte ist eine gute Woche früher dran als im letzten Jahr. Sonst schien alles in Zeitlupe oder gar nicht abzulaufen. Leere Kirchen, leere Straßen, keine Familienzusammenkünfte prägten das Wochenende. Von kleinen Ausnahmen abgesehen war auch unsere Stadt vernünftig, Ordnungsamt und Polizei mussten wenig eingreifen.

Die Folge: Die Maßnahmen haben eine explosionsartige Ausbreitung des Virus vorerst verhindert. Zwar steigen die Zahlen weiter, aber bislang hat unser Gesundheitssystem – zeitnah und professionell vorbereitet – noch Reserven. Während ich diese Zeilen schreibe, bereiten sich Bundes- und Landesregierungen auf die Diskussion der weiteren Schritte vor. Unsere Partnerstadt Bouxwiller hat von französischen Präsidenten schon eine Richtungsentscheidung erhalten, unseren Freunden geht es den Umständen entsprechend gut. Auch in Lichtentanne ist Stand heute die Lage unter Kontrolle.

Außer Kontrolle waren wohl einige Chaoten, die nichts besseres mit Ihrer Zeit anzufangen wussten, als im Sophie-Kehl-Haus zu randalieren. Einbruch, Sachbeschädigung und mutwillige Beschädigung des bereits für den Umzug eingepackten Interieurs der Kita sind zu vermelden. Wie peinlich ist dieses Verhalten einiger weniger wohl für deren Familien und Nachbarn? Wir haben jedenfalls kurzfristig die bereits gepackten und die wieder eingepackten Materialien in Sicherheit gebracht, bis Sie in der Martin-Luther-Straße wieder ausgepackt werden können, dort sind finale Malerarbeiten im Gange.

Im Schwimmbad tut sich einiges. Zusätzlich zu den notwenigen Schritten, um aus dem Winterschlaf in den Sommerbetrieb zu wechseln, sind Überprüfungen erforderlich, die Becken müssen gereinigt und befüllt werden, damit kein Druck durch das Grundwasser ohne Gegengewicht Schaden erzeugt, die Grünanalgen sind zu pflegen. Ob pünktlich zum Muttertag eröffnet werden kann, steht noch nicht fest. Wir stehen in den Startlöchern, können bei späterer Öffnung auch länger offenlassen. Es sind noch einige Fragen zu klären, allerdings ist, wenn der Sommer 2020 denen in 2018/19 nacheifert, die Menschen Ihre Urlaube verschoben oder abgesagt haben, mit einer hohen Nachfrage zu rechnen, zumal Groß-Umstadt wegen Bauarbeiten auch erst in der zweiten Saisonhälfte öffnen wollte. Die Grundpflege und Wartung muss aber unabhängig vom Eröffnungstermin durchgeführt werden.

Anders als beispielsweise in Cambridge, England wird bei uns der Müll immer noch pünktlich abgeholt. Während am Dienstagmorgen unsere Müllautos den Biomüll abholen, setzt

man dort die Müllabholung von jetzt auf gleich aus. Womit die Kompostieranlagen dann betrieben werden, die einen konstanten Durchlauf von Material brauchen, bleibt offen.

In Stadt und Landkreis arbeiten wir allen gemeinsam daran, die Infrastruktur und den Betrieb für Sie alle bestmöglich aufrecht zu erhalten. Wenn Sie dabei unterstützen möchten, lade ich Sie herzlich ein, zu Ihrem nächsten Spaziergang durch unsere Gemarkung einfach mal einen Müllbeutel mitzunehmen. Wenn jeder nur einen Sack Unrat oder Plastik vom Wald- und Feldrand aufnimmt, ist unsere Heimat gleich ein ganzes Stück schöner.

Viele Grüße aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, gelassen und kreativ,

Ihr Achim Knoke

Kolumne vom 09.04.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

auch in Zeiten der Corona/Covid-19 Krise beschäftigen wir uns mit alltäglichen Dingen. Die dringend erforderlichen Baumpflegemaßnahmen an Harreshäuser Allee und Friedhöfen sind beendet abgerechnet. Der schöne Baumbestand als Teil der Lunge unserer Stadt hat allein hier über 50.000€ vereinnahmt. Und auch in Zeiten gesperrter Spielplätze sind hier Arbeiten unterwegs, der neue Spielplatz in Langstadt hat Betonfundamente erhalten, Spielgeräte werden vom Bauhof nach Langstadt geliefert und aufgebaut werden.

Es werden weiter Straßeneinbrüche behoben, die Umrüstung unserer Straßenbeleuchtung geht weiter, auch hier wurden über 12.000€ in stromsparende LED-Lampen investiert. Und weil Bauprojekte eben auch lange laufen und voneinander abhängig sind, wurden weitere Vorbereitungen zur Sanierung der Westring-Brücke beauftragt, damit diese zur Verfügung steht, wenn die Ziegelhüttenstraße grunderneuert wird. Die Beauftragung von Planungsleistungen für die Sanierung einer weiteren Brücke über die Gersprenz, Volumen etwa 12.000 €.

Der Magistrat als Spitze der Verwaltung diskutiert seine Beschlüsse in Telefonkonferenzen, beschließt wo möglich ohne physisches Zusammenkommen im Umlaufverfahren und trifft nur in besonderen Situationen zusammen. Die Hessische Gemeindeordnung (HGO) ermöglicht dieses Vorgehen für die Exekutive ausdrücklich.

In Bezug auf die Legislative, also für unsere Stadtverordnetenversammlung, gelten andere Vorzeichen. Im Normalfall sieht die HGO keine Umlaufbeschlüsse vor, und die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Debatten ist ein hohes Gut. In Zeiten einer Pandemie ist das natürlich erschwert. Trotzdem sollte bei aller Vorsicht unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen eine Beschlussfassung möglich sein, wie in allen Kommunen um uns herum auch. Die Stadthalle steht als Versammlungsort mit reichlich Platz für Sicherheitsabstände zur Verfügung, und die Öffentlichkeit kann beispielsweise auf den Emporen – in angemessenem Abstand – der Sitzung beiwohnen.

Das Land Hessen hat mit dem §51a die HGO ergänzt für den Fall, dass die Stadtverordnetenversammlung nicht tagen kann und dringende Beschlüsse zum Wohl der Allgemeinheit erforderlich sind. Ein Ausschuss in kleiner Besetzung kann dann Beschlüsse vorab fassen, die das Parlament später bestätigen muss. Es sind bei Bedarf sogar Entscheidungen im Umlaufverfahren und unter Ausschluss der Öffentlichkeit zulässig. Politische Beschlüsse sind also nach wie vor möglich. Dieburg hat in der Römerhalle seinen Haushalt beschlossen. Sogar Frankfurt hat eine rechtssichere Lösung gefunden, in kleinem Kreis statt mit 97 Stadtverordneten den Haushalt zu beschließen. Auch in Babenhausen stehen einige wichtige Entscheidungen an, die unsere Zukunft gestalten werden. Damit werden auch Investitionen, die in der momentanen Wirtschaftslage dringend geboten sind, zeitnah hier vor Ort möglich.

Das Osterwochenende steht bevor. Am höchsten christlichen Feiertag bleiben die Kirchen leer, kleinste Besucherzahlen zum stillen Gebet sind möglich. Besuche bei Verwandten oder Freunden sind aktuell keine Option, das Zusammenkommen sollte weiter unterbleiben – auch wenn es schwerfällt. Bislang führt der disziplinierte Umgang der allermeisten dazu, dass unser Gesundheitssystem die Last tragen kann. Wir allen können dazu beitragen, dass dieser bislang erfolgreiche Kurs weiter zielführend verfolgt wird. Bleiben Sie standhaft in der Einhaltung der Auflagen zu den persönlichen Kontakten, dann kommen wir und all unsere Lieben hoffentlich ohne Schaden durch diese Zeit.

Viele Grüße aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, gelassen und kreativ,

Ihr Achim Knoke

Kolumne vom 02.04.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

In hoher See den Steuermann austauschen zu müssen, ist keine gute Ausgangsbasis. Bei allem Vertrauen in die fähigen Köpfe im hessischen Finanzministerium wird ein Kaliber wie Dr. Thomas Schäfer schwer zu ersetzen sein, gerade in Zeiten größter Herausforderungen. Der Schock war heftig, hat der Finanzminister doch Babenhausen schon in der Flüchtlingskrise unterstützt und auch in der gegenwärtigen Situation war er als Ansprechpartner für unsere Stadt da. In unseren Reihen fehlt ein großer Hesse, der wie ich westfälische Wurzeln hatte.

Vielschichtige Themen sind und bleiben auf der Agenda. Mit dem Landkreis und den Bürgermeister*innen besprechen wir die Situation in den kreiseigenen Krankenhäusern, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. Wie betreuen wir die Kinder der systemrelevanten Berufe in Schule (Landkreis) und Kitas (Stadt) möglichst durchgängig, nach welchen Regeln können wir hier möglichst einheitlich vorgehen? Und wie finanzieren wir das? Wo brauchen wir Unterstützung der Landesregierung? Daraus ergeben sich auch unsere Maßnahmen vor Ort, durch alle Fachbereiche.

Die Ordnungspolizei (Fachbereich III) schützt durch Präsens und Ansprache der wenigen Uneinsichtigen alle vor der Verbreitung des Virus. In den sozialen Medien scheint es da unterschiedliche Prioritäten zu geben, unsachgemäße Müllentsorgung ist zwar seit geraumer Zeit ein großes Ärgernis, derzeit hat der Schutz der Gesundheit vieler aber Priorität gegenüber der Unvernunft weniger.

Soziales und Familie (Fachbereich V) kümmert sich um Unterstützung derer, die unsere Hilfe besonders brauchen, organisieren Einkaufshilfen und steuern gemeinsam mit den Betreibern die Kinderbetreuung, suchen nach Platz für die nächste Waldgruppe. Gemeinsam mit der ev. Kirche und dem Fachbereich Bauwesen (IV) ist der Umzug der ev. Kita in Vorbereitung. Unterhalt der kommunalen Infrastruktur, Investitionen und Bürgerservice zu Bauvorhaben bleiben Thema. Im Schulterschluss mit der Wirtschaftsförderung werden Investoren versorgt und das lokale Gewerbe gestärkt, gerade in der jetzigen Situation sind schnelle Informationen über Fördermöglichkeiten oder andere Geschäftsmodelle gefragt. Schnell haben wir die Verbindung zur Bäckerei Lautenschläger geschaffen, die nun in Hergershausen Waren anbietet, kurzfristige Lösungen werden gefunden. Derzeit nicht nur bei uns ist außerdem das Thema „Erntehelfer“ zu bearbeiten, damit der Spargel auch von Feld auf den Tisch kommen kann. Viele Hände kommen aus dem Osten, was derzeit schwierig ist.

Das Hauptamt (Fachbereich I) hält die Verwaltung arbeitsfähig. Neben der Unterstützung der Gremienarbeit ist der Schutz der Mitarbeiter*innen und die Sicherung der Kernfunktionen der Verwaltung im Fokus. Von der Beschaffung von Desinfektionsmittel für die Sozialstation bis zu notwendigen Software Upgrades gemäß neuer Richtlinien und der Ermöglichung von Heimarbeit reichen die Themen. Mit mir als Informatiker im Rathaus schaffen wir hier schnelle, sichere, funktionale und kostengünstige Lösungen, um Ihnen die größtmögliche Dienstleistung zu erbringen.

Viele Grüße aus dem Rathaus, bleiben Sie gesund, geduldig und gelassen.

Ihr Achim Knoke

Neu: Online mit dem Bürgermeister

Der Besuch im Rathaus ist nur mit Termin möglich, den Bürgemeister bei öffentlichen Veranstaltungen zu einem Gespräch zu erwischen geht auch nicht. Was tun?

Wir testen ein neues Konzept: Eine Online-Sprechstunde wird heute von 11:15 bis 11:45 Uhr für die Bürger*innen möglich sein. Sie brauchen nur ein Endgerät mit Mikrofon, gern auch Kamera und eine Netzverbindung. Auf Datenschutz wird wert gelegt, Sie müssen nichts installieren, einfach nur auf die Plattform gehen, Fragen stellen, zuhören, mitmachen. Ich freue mich auf Sie …

Nach Abschluss: die Idee werden wir weiterverfolgen, neue Termine: Dienstag und Donnerstag von 18:00 bi 19:00 Uhr.

Feierlaune? – Fehlanzeige! Trauerbeflaggung

Eigentlich war für gestern zumindest eine kleine Feierstunde des Heimat- und Geschichtsvereins anläßlich unserer 725 Jahre Stadtrechte geplant. Das die Beschränkungen dieses Event absagen müssen, ist verständlich.

Stattdessen war der Plan, letzte Voraussetzungen für die HomeOffice Arbeit der Mitarbeiter zu schaffen. Ohne eigene IT-Stellen im Rathaus hat der Bürgermeister in Eigenregie eine VPN (Virtuell Privates Netzwerk) Lösung aus ausrangierten Rechnern aus dem Boden gestampft, um den Risikopatienten unter den Rathausmitarbeitern HomeOffice zu ermöglichen und den Betrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten. Weitere Heimarbeitsplätze zu schaffen, stand auf der Sonntagsagenda.

Überschattet durch den tragischen Tod unseres Finanzministers wurde aber zunächst die Trauerbeflaggung am Rathaus gesetzt. Die Krise trifft an vielen Stellen hart. Doch damit war nicht zu rechnen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden, die diesen Schicksalsschlag verarbeiten müssen.

In Dankbarkeit für jahrelange verdienstvolle Arbeit für alle Hessen verneigen wir uns tief.