Stadtmühle

Beschreibung:
Die Stadtmühle liegt außerhalb des mittelalterlichen Stadtkerns von Babenhausen hinter der alten Stadtmauer und hat ihre Funktion als Kornmühle schon im 19. Jahrhundert verloren, nicht aber ihren Mühlencharakter:
Die Wässer der Gersprenz treiben heute wieder eine Turbine zu Stromerzeugung.
Man kann die Stadtmühle von zwei Seiten her betreten: Entweder durch das große Holztor vom mittelalterlichen Stadtkern her oder vom Weg hinter dem Hexenturm durch den Gastgarten des heutigen Mühlenbistros, das Gäste mit Speisen und Getränken zum Verweilen einlädt, in liebevoll ausgestalteten Innenräumen sowie im Sommer auch im Freien.Kommt man durch das Holztor von der Stadt her in den Mühlenbezirk hinein, so geht man  am Trausaal vorbei, der sich im ersten Stock des historischen Gebäudes befindet.
Dieser beliebte, schöne Trausaal der Stadt Babenhausen wird von heiratswilligen Paaren gerne als Schauplatz ihrer Eheschließung frequentiert.

Im Erdgeschoss schließt sich der große Mühlensaal an, der von der Stadt für Feste angemietet werden kann.
Unten im Bistro steht für Saalmieter auch eine Bedarfsküche bereit.

Zur Geschichte der Stadtmühle

Die Einrichtung einer ersten Babenhäuser Stadtmühle an dieser Stelle hinter der Stadtmauer ist schon sehr alt. Erste schriftliche Hinweise reichen in das Jahr 1383 zurück, aber es musste wohl schon 1295 eine Mühle dort gegeben haben, als Adolf von Nassau dem Dorf Babenhausen die Stadtrechte verlieh, weil Schloss und Stadt sicherlich auch schon damals mit Mehl versorgt werden mussten.

Die alten Gebäude, die zur heutigen Mühle gehören, sind noch nicht so alt, denn sie wurden 1906 nach einem Großbrand neu errichtet.
Die Bauern der Umgebung waren lange Zeit an diese Mühle „gebannt”, d.h. sie durften nur hier und nirgendwo anders ihr Korn mahlen lassen. Erst im 19. Jahrhundert (1831) wurde der Mühlenbann aufgehoben. Viele Müllersfamilien besorgten die Geschäfte der Mühle in „Erbleihe“, d.h. die Pacht der Mühle ging von einer Generation auf die nächste über. Eine berühmte Müllersfamilie war die Familie Keil, deren einer Mühlstein hinter dem hölzernen Eingangstor liegt und die Initialen J. P. K. 1780 (Johann Peter Keil 1780) trägt.

Im Jahre- 1884 ging die Mühle in Privatbesitz über und wurde in der Folgezeit zu einer Sägemühle und zum Elektrizitätswerk umgewandelt, wobei aber bis 1972 auch noch Mehl gemahlen wurde. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts versorgte die Mühle die Stadt Babenhausen auch mit elektrischem Strom.

1973 wurde diese an die HEAG verkauft, die Inneneinrichtung wurde ausgebaut. Mit der Renovierung der Mühle zum Bürgerhaus wurde wieder eine Turbine eingebaut.