Hexenturm

Beschreibung:
Von der Stadtmühle führt der Weg vorbei zum „Hexenturm”, einem der angeblich vier oder auch sieben Wehrtürme der Stadt. Die Mauer zeigt viele bunte Steine, die aus den Steinbrüchen der Region herbeigeschafft wurden: Granit aus der Schlierbacher Gegend, aus Eppertshausen oder Dietzenbach Trachyt, Basalt aus Steinheim usw.
Einwohner, die dicht an der Mauer ihr Haus bauen durften, hatten dabei den Bau der Rückwand gespart; allerdings mussten sie im Kriegsfall auch zur Verteidigung der Stadt das Ihrige beitragen. Es waren meistens ärmere Leute oder Burgmannen; die reicheren Bürger konnten sich ins geschützte Innere zurückziehen. Der Hexenturm hieß früher Mühlturm, da er zur Stadtmühle führte, aber nachdem er in der Vergangenheit auch als Gefängnis und Stadtverlies gedient hatte, wurde er in „Hexenturm” umbenannt.
Auch in Babenhausen zwischen 1580 und 1680 gab es Hexenprozesse, jedoch im Gegensatz zu den katholischen Städten in nur sehr geringer Zahl. Auch die Folter war hier nicht unüblich. Die kleine Nische, die sich im Turm befindet, der „Pranger”, war aber wohl eher ein Durchbruch zur Stadtmühle, also eine Türe, die zugemauert wurde.
Der Hexenturm war nicht das einzige Gefängnis. In der Zwingergasse steht heute noch der Turmstumpf des Narren- und Hurenhäuschens. Die Delinquenten waren hier in der Regel nur wenige Tage eingesperrt.
Wenn man den Hexenturm passiert, sieht man linker Hand daneben das Haus Nr. 22, das älteste noch erhaltene Wohnhaus Babenhausens, das von der Familie Willand aufwändig und sehr schön renoviert wurde. Die Restaurierungsarbeiten wurden mit einem Denkmalpreis des Kreises Darmstadt-Dieburg gewürdigt.
Über seiner Eingangstüre liest man die Zahl 1442. Näheres zum „Haus Willand“ finden Sie im Abschnitt „Ältestes Fachwerkhaus“.