Hanauer Tor

Beschreibung:

Es befand sich neben dem Haus Fahrstraße Nr. 58. Dies ist ein zweistöckiges Wohnhaus mit Nebengebäuden, in dem sich auch heute noch die Gaststätte „Zum Hanauer Tor“ befindet. Der Name des Gasthofs erinnert an eines der mittelalterlichen Stadttore, das 1840 endgültig abgerissen wurde, das Hanauer Tor.
Babenhausen hatte bekanntlich zwei Stadttore, das Hanauer Tor, das auch Kühtor, Pforte gegen Seligenstadt oder Frankfurter Pforte hieß, sowie das Bachtor, das auch Pforte gegen Altdorf genannt wurde. Zur Bewachung dieser Tore verpflichtete und besoldete die Stadt Pförtner, welche die Tag- und Nachtwachen „auf dem Turm an selbiger Pforte” zu versehen hatten. Der Pförtner musste seine Pforte „mit allem Fleiß auf – und wiederum […] zuschließen, alle Nacht die Schloss, Riegel und aufziehende Brücken wohl […] versehen”. Bei drohender Gefahr von außen oder bei Feuersbrunst in der Stadt musste der Pförtner mit dem Signalhorn Alarm blasen.

Für das Bachtor war 1582 Kaspar Walter als Pförtner bestellt, wofür er ein Jahresgehalt von 5 Gulden erhielt. Für den Nachtdienst bekam er zusätzlich noch einmal 2 ½ Gulden. Er arbeitete allerdings nicht allein, sondern hatte einen „Mitgesell” für die Nachtwachen auf dem Torturm.

In den Straßen und Gassen Babenhausens wandelten nach Einbruch der Nacht die Nachtwächter, die die Aufgabe hatten, die Stunden zu blasen und auszurufen. Dazu war auch ihnen aufgetragen, nach Feuern und verdächtigem Rauch Ausschau zu halten und eventuell die Sturmglocke läuten zu lassen. Als Erinnerung an diese Nachtwachter werden noch heute abends Nachtwächter-Stadtführungen angeboten.