Wie die Corona-Testpflicht funktioniert

Die Corona-Pflichttests für Rückkehrende aus Risikogebieten kommen. Wie ist die rechtliche Grundlage? Wer muss in Quarantäne? Was bringt das? Die wichtigsten Antworten:

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wird verpflichtende Corona-Tests für Menschen anordnen, die aus Risikogebieten nach Deutschland einreisen. Die Ressortchefs von Bund und Ländern haben sich auf die Details geeinigt. Ab kommender Woche soll die Verordnung fertig sein und in Kraft treten. Was ändert sich dann? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Wer wird künftig getestet?
Alle Menschen, die aus einem vom Robert Koch-Institut definierten Risikogebiet nach Deutschland einreisen, sind künftig verpflichtet, sich einem Test zu unterziehen – und zwar auch, wenn sie mit dem Schiff, der Bahn, dem Bus oder dem Auto über die Grenze kommen. Airlines, Reedereien, Bus- und Bahnbetreiber werden verpflichtet, spätestens auf dem Weg nach Deutschland an Bord mehrsprachige Infoblätter zur Testpflicht zu verteilen. Bisher konnten sich Rückkehrende schon freiwillig testen lassen. 

Was ist ein Risikogebiet?
Das entscheidet das Robert Koch-Institut. Es führt eine Liste der Länder und Regionen, in denen für Reisende ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Sie umfasst “fast die ganze Welt außerhalb der EU”, wie Spahn sagt, darunter mehrere südosteuropäische Staaten, aber auch Luxemburg in Mitteleuropa. Die Liste wird ständig aktualisiert. Maßgeblich dafür sind Faktoren wie die Neuinfiziertenzahl pro 100.000 Einwohner in dem Land (wenn höher als 50) oder die dort geltenden staatlichen Schutzmaßnahmen. Auch wer aus keinem Risikogebiet kommt, soll sich künftig innerhalb von 72 Stunden testen lassen können. Dieser Test wäre allerdings freiwillig.

Was bringt ein solcher Test?
Das Ergebnis eines unmittelbar nach der Wiedereinreise vorgenommenen Tests ist nur bedingt aussagekräftig. Wer sich erst kurz vor der Abfahrt ansteckte, bei dem lässt sich das Virus möglicherweise noch gar nicht nachweisen. Aus medizinischer Sicht vernünftig wäre es deshalb, nicht nur positiv Getestete verpflichtend in die häusliche Quarantäne zu schicken, sondern auch die negativ Getesteten davon zu überzeugen, vorerst noch zu Hause zu bleiben – um sie dann nach einigen Tagen erneut zu testen. Die Gesundheitsminister haben sich allerdings darauf geeinigt, dass eine Quarantäne für Getestete mit negativem Ergebnis freiwillig bleiben soll. 

Für wen ist die zweiwöchige häusliche Quarantäne Pflicht?
Jede und jeder, der aus einem Risikogebiet kommt, muss nach wie vor in Quarantäne. Das ist unabhängig von den neuen Vorschriften zum Test. Wer positiv getestet wird, also infiziert ist, muss in Quarantäne bleiben. Ein negatives Testergebnis kann die Quarantäne beenden, heißt es im Beschluss der Gesundheitsminister. Sie empfehlen zudem einen Wiederholungstest nach etwa fünf bis sieben Tagen, da Tests stets “nur eine Momentaufnahme” zeigen. 

Quelle: Zeit online 

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