Einblick in das Programm Sport & Flüchtlinge in der Stadt Babenhausen im Jahr 2017

Seit 2016 erhält die Stadt Babenhausen Fördergelder für das Programm „Sport & Flüchtlinge“. Das Programm unterstützt hessische Städte und Gemeinden, die Sport- und Bewegungsangebote in ihrer Kommune für Flüchtlinge initiieren möchten mit einer finanziellen Förderung. Sport und Bewegung bieten sehr gute Möglichkeiten, Flüchtlingen schnell und unkompliziert das Ankommen in ihren Städten zu erleichtern und sich zu integrieren.

Die Förderung sieht vor, dass sogenannte Sport-Coaches von der Stadt benannt werden, die die Koordination übernehmen.

Die Aufgabengebiete des Sport Coaches umfassen in Babenhausen die Koordinierung zwischen den Vereinen und der Stadt Babenhausen, die Koordinierung zwischen den Geflüchteten und den Vereinen, die Organisation von Schnupperangeboten, die Organisation von Events, die Erstellung von Flyern, Integration der Geflüchteten in die bestehenden Gruppen, Teilnahme an der Aufbauqualifikation, regelmäßiger Kontakt mit den weiteren Schlüsselpersonen rund ums Thema Flucht in Babenhausen. Das Ziel ist es nach wie vor, den geflüchteten Menschen zu zeigen, dass die Vereine ein breites Spektrum an Sportangeboten haben und sie an diesen teilnehmen dürfen. Egal ob Kind, Erwachsene_r oder Senior_in. Jede_r darf bei uns trainieren, üben und sich entfalten.

Bis Anfang des Jahres 2017 wurden auch noch in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in der Babenhäuser Kaserne (kurz: HEAE) Sportangebote durchgeführt (Fußball, Frauensport/Fitness, Judo), welche sehr gut angenommen wurden. Nachdem die HEAE im Mai 2017 geschlossen wurde, richtete sich das Programm nur noch an diejenigen, die bereits in der Gemeinde Babenhausen leben und dort noch untergebracht wurden.

Im Frühjahr des Jahres hat unser Sport Coach, Frau Aysegül Öcal, an der Aufbauqualifikation „Vorurteile? Nicht mit uns!“ teilgenommen. Es wurden viele Themen und Konfliktpunkte aufgegriffen, die in jeder Kommune bzw. in jedem Verein auftreten können. Es war eine sehr hilfreiche Vorbeugungsmaßnahme. Im August fand ein Familiensport- & Spielfest in Babenhausen an der Schulsporthalle statt. Die Flüchtlinge wurden herzlich eingeladen. Die Einladung erfolgte durch Flyer seitens des TV Babenhausens unter Mitwirkung des Sport-Coaches. Im Spätsommer wurde seitens des Sport Coaches am „Runden Tisch des Sports“ der Stadt Babenhausen das Projekt „Sport und Flüchtlinge“ mit den Zielen und Vorhaben vorgestellt, damit Angehörige verschiedener Vereine, aber auch der Schulen, eine konkrete Vorstellung haben und auch ihre Ideen und Hilfen anbieten können. Sport-Coach Aysegül Öcal hat in enger Zusammenarbeit mit den Trainer_innen des TVB einen Tag mit Schnupperkursangeboten im Oktober organisiert. Auf dem Programm standen das Judotraining und ein Frauenfitnessprogramm. Nach diesem Schnuppertag konnten zwei bis drei Flüchtlinge für das Judotraining gewonnen werden, die in Folge regelmäßig in die Halle kommen, um zu trainieren. (Aufwandsentschädigung der Trainer_innen werden durch die Gelder finanziert.)

Eine weitere Idee war es, einen Fahrradkurs zu organisieren. Hierfür wurde seitens Frau Öcal Kontakt zu den Gemeinden aufgenommen, die bereits einen durchgeführt haben. Jedoch ist hierbei mehrmals das Problem aufgetaucht, dass es sich die Geflüchteten nicht gut einteilen können: Viele der Flüchtlinge, die bereits in der Gemeinde Babenhausen leben, besuchen Sprachkurse, machen eine Ausbildung oder gehen arbeiten etc. Daher ist es schwer, einen Termin zu finden, an dem viele gleichzeitig können. Fahrradkurse werden nun in individueller Hilfe umgesetzt. In Gesprächen hat man sich verständigt, zukünftig mit Hilfe weiterer Schlüsselpersonen in Babenhausen die Geflüchteten direkt anzusprechen, um ihnen die Möglichkeiten in den umliegenden Vereinen näher zu bringen. Hierfür war bspw. die sozialpädagogische Sprechstunde des Diakonischen Werks Darmstadt-Dieburg (bis Ende 2017) und die des Landkreises Darmstadt-Dieburg (seit 2018) ideal. Unser Sport-Coach hat Flyer für verschiedene Zielgruppen erstellt und diese den Menschen, die in die Sprechstunde gekommen sind, vorgestellt. Teilweise wurden sie auch in den Verein begleitet. Durch diese Methode konnten weitere Menschen dazu bewegt werden, sich die Vereinsangebote näher anzuschauen und wahrzunehmen. Hierbei wurden zwei Jungen zum Fußball hingeführt. Separate Aufwandsentschädigungen müssen nicht gezahlt werden, da sie in bestehende Angebote integriert werden konnten. Des Weiteren besuchte Frau Öcal den freiwilligen Sprachkurs der Frauen in Babenhausen (aus Mitteln der Gemeinwesenarbeit ermöglicht), um das vielfältige Angebot der Vereine darzustellen. Es ist ein  Ziel, mit den Teilnehmerinnen des Sprachkurses zusammen in die Sporthalle zu laufen und allen gemeinsam einen Kurs anzubieten. So kann man die Sprache und den Sport verbinden.

Die Förderung wurde seitens der Stadt Babenhausen für das Jahr 2018 beantragt und mittlerweile seitens des Ministeriums bewilligt. Sportangebote, Begegnungen und Integration gehen zur großen Freude aller weiter.

Joachim Knoke

Bürgermeister

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