Seite 2 vom 08.12.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wie gern würde ich von adventlicher Stimmung und weihnachtlicher Vorfreude schreiben, von der ich tatsächlich hoffe, dass sie sich über alle Menschen in ganz Babenhausen ausbreitet. Stattdessen muss ich leider auf diesem Wege dringend um Mithilfe bitten, eine gute Basis dafür vor der eigenen Türe zu schaffen. An vielen Stellen erreichen uns derzeit Hinweise, dass „die Stadt vermüllt“, dass achtlos Verpackungen fallengelassen werden, Gehwege nicht gekehrt werden, Hundkot nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, teilweise direkt unter den Hundetoiletten. Den Vogel abgeschossen hat ein Bewohner der Innenstadt, der den Marktplatz für seine persönliche Hausmüllbeseitigung hält.

Auch im Straßenverkehr nimmt bedauerlicherweise der Wildwuchs zu. Das Parken allein ist an vielen Stellen schon eine kaum mehr zu glaubende Dehnung der Straßenverkehrsordnung, hinzu kommen im öffentlichen Raum abgestellte und Parkflächen blockierende Anhänger. Offensichtlich wird vom kleinen Anhänger bis zum Wohnmobil gekauft, ohne die Standortfrage zu klären, mit dem Ergebnis, dass der Parkraum als knappes Gut zusätzlich belastet wird.

Vielleicht überdenkt der ein oder andere in weihnachtlicher Vorfreude seine Handlungsweise in dieser Richtung. Alle sind betroffen vom Schicksal der heiligen Familie, von der Geburt in der Krippe, weil „in der Herberge kein Platz“ war. Heute stehen Fahrzeuge direkt auf dem Gehweg, sodass alle Fußgänger, vom Kleinkind über die Eltern mit Kinderwagen bis zum Senior mit Rollator oder Rollstuhlfahrer auf eine Hauptstraße ausweichen müssen, nur weil zum „mal schnell eine Kleinigkeit einkaufen“ jeder Schritt vom regulären Parkplatz bis zur Ladentüre zu viel ist. Dagegen ist der Weg vom Parkdeck im Luisencenter bis zum Lieblingscafe in der Innenstadt Darmstadt allerdings schon Mittelstrecke.

Unsere Stadt ist schön. Ehrenamtliches Engagement hat sie weihnachtlich herausgeputzt. Wenn alle ein ganz klein wenig mitmachen und den Blick von eigenen auf das Gemeinwohl erweitern, werden wir dem weihnachtlichen Gedanken schnell deutlich näher kommen.

Die vergangene Woche war voller wunderbarer Gelegenheiten, den Seniorennachmittagen in Langstadt und Harpertshausen, dem Nikolausmarkt im Schulhof Langstadt, dem Jahreskonzert des Blasorchesters, um nur einige zu nennen. Das Jahr nähert sich schnellen Schrittes dem Ende, an vielen Stellen wünscht man schon das Beste für das Fest und das neue Jahr. Sorgen wir dafür, dass die Vorfreude auf Weihnachten die Oberhand behält über den Jahresendstress. Und sollten Sie im Zuge der familiären Weihnacht plötzlich feststellen, dass Ihre Familie einen vierbeinigen Zuwachs erhalten hat, der noch keine Steuermarke trägt, warten Sie nicht mit den guten Vorsätzen, sondern melden Sie Ihren Hund schnell noch an, dann ist auch das geregelt.

Viele Grüße aus dem Rathaus.

Hausmüll am RathausIhr

Achim Knoke

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