Seite 2 vom 17.11.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

gemischte Stimmungslagen sind wohl eine gute Überschrift der vergangenen Woche. Nach dem Erinnern an die Pogromnacht, ein Thema, das düster, aber notwendig ist, gab der 11.11. den Start in eine ausgelassene Zeit. Bei den Feierlichkeiten zum 111-jährigen Bestehen des Amtsgerichts Dieburg wurde auch hier die eher nüchterne Gerichtsbarkeit, in der Fakten und Wahrheit regieren sollen, mit dem Enthusiasmus einer Hochburg des Faschings vermengt. Haben Sie schon mal in einem Gerichtsgebäude singend geschunkelt? Das geht. Wieder ernst wird dann am Ende einer Theateraufführung, die einen echten Fall von 1916 darbietet, die Frage aufgeworfen: „Gerade hat ein echter Richter in einem echten Gerichtssaal ein Urteil gesprochen, sind die „Angeklagten“ jetzt vorbestraft?“ Gemischte Stimmung eben. Und so geht es weiter. Freitagabend noch die Eröffnung in Harreshausen, am Sonntag dann ein Besuch auf den Friedhöfen Sickenhofen und Babenhausen. Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt, in unseren Zeiten wichtiger denn je. Wir gedenken der Kriegsopfer, Menschen, die losmarschierten und sich als Helden fühlten, das Schlimmste erlebten, den Krieg in ganzer Grausamkeit, die Opfer wurden eines zutiefst bösen Systems und neben den Opfern liegen, die niemals Helden waren und keine Chance hatten. Und die Helden, die Widerstandskämpfer, sie liegen in derselben Erde. Was macht Helden aus?

Wenn jemand durch seine Taten als gutes Vorbild dient, wenn man sagen kann: So sollte es gemacht werden, das ist richtig, aber außergewöhnlich, das macht nicht jeder, dann ist man schon auf einer richtigen Spur. Hilfe in Notsituationen sollte eigentlich selbstverständlich sein. Trotzdem freut es natürlich, wenn man mit außergewöhnlichen Menschen, die in entscheidenden Situationen das richtige tun, gemeinsam arbeiten darf. Dazu erreichte mich eine email:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Knoke,

wie Sie vielleicht bereits gehört haben, hatte ich auf der Durchfahrt mitten in Babenhausen Probleme mit einer extrem stark blutenden arteriellen Wunde und konnte gerade noch im Bereich der Esso Tankstelle anhalten.

Die Kolleginnen der Hilfspolizei vom Ordnungsamt hatten auf der Vorbeifahrt von der gegenüberliegenden Fahrbahn meine hilflose Situation unmittelbar erkannt und sich dann sehr fürsorglich mit viel Einfühlungsvermögen bis zum Eintreffen des Rettungswagens um mich gekümmert.

Ich möchte den Einsatz der beiden Damen, die sich im Gegensatz zu anderen Mitbürgern auch durch die extrem stark blutende Wunde nicht abschrecken ließen, lobend erwähnen und Sie bitten, sich offiziell in meinem Namen bei beiden zu bedanken.

Mit besten Grüßen“

 

Wir haben viele Menschen in unserer Stadt, die tagtäglich selbstlos für andere tätig sind, Kleiderkammer und Flüchtlingshelfer, Lebensmittelpunkthelfer, Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Ist es nicht ein toller Gedanke, in einer Stadt voller Helden zu leben? Das hebt meine Stimmung.

Ihr

Achim Knoke

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