Bericht des Bürgermeister vom 23.06.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im Augenblick und auf absehbare Zeit überschattet der Beschluss vom letzten Donnerstag nicht nur die Stadtverwaltung selbst. Viele Errungenschaften, von liebgewonnen kleinen und großen Gewohnheiten bis zu wichtigen Maßnahmen mit immenser Wirkung sowohl auf uns hier in Babenhausen als auch weit über die Stadtgrenzen hinaus müssen mangels fehlender Finanzierung entfallen.

Da nützen zwar gute Verhandlungsergebnisse zu städtebaulichen Verträgen, fortschreitende Planung für die Kasernenentwicklung oder ein friedliches Miteinander mit den Flüchtlingen der Stadt Babenhausen insgesamt weiter, trotzdem ist es schwierig, unter diesen Umständen Erfolge zu feiern. Auch unsere Verschwisterungsfeier mit Lichtentanne war für den Herbst geplant und wird wohl auf bessere Zeiten verschoben werden müssen.

An dieser Stelle darf ich mich herzlich für die Besuche der offenen Sprechstunde zum Haushalt bedanken, die Telefonate, die Ideen und das große Interesse. Gerade die Ideen verfolgen wir weiter. Natürlich laufen die Telefonleitungen heiß, die email Postfächer füllen sich mit Anfragen und Sorgen um die Existenz von Altstadtfest, Weihnachtsmarkt und Co. Die Antworten führen meist zu entsetztem Schweigen.

Doch wir wären nicht Babenhausen, wenn wir mit Krisen nicht fertig würden. Die Analyse der gegebenen Situation ist im groben abgeschlossen, Pläne, wie wir mit dieser Lage umgehen, sind an vielen Stellen auf dem Tisch, an einigen wird noch gearbeitet und das Tagesgeschäft muss auch unter diesen Bedingungen weiter gehen.

Was bedeutet das denn ganz praktisch? Stellen Sie sich vor, die Bank sperrt Ihnen die Konten. Sie haben noch einen Rest Bargeld und noch einige Vorräte im Schrank. Genauso stehen wir da. Also kaufen wir nicht mehr ein. Was wir noch haben, wird rationiert. Besuche zu Geburtstagen und Ehejubiläen fahren wir rigoros zurück, das vorhandene Mineralwasser bleibt für Gäste reserviert, ebenso der Kaffee. Die Autos müssen wir weiter tanken, solange das geht, die Inspektion muss warten. Der Rasen wird nicht mehr gemäht, die Zeitung abbestellt, der Nachbarsjunge kriegt keine 2 € für das Kehren der Straße mehr, wenn Zeit ist, wird selbst gekehrt, sonst bleibt die Straße eben wie sie ist. Genauso bleiben die Geschenke an die Enkel aus. Von der Tafel Schokolade bis zum Zuschuss zum Führerschein am 17. Geburtstag ist einfach nichts mehr da, das verteilt werden kann. Aber die offenen Rechnungen werden bezahlt, und wenn das Dach undicht ist, dann borgen wir uns das Geld, damit die Folgekosten uns nicht umbringen. – Genauso operieren wir jetzt mit unseren Finanzen.

Für unsere Jungs in Frankreich hoffen wir auf ein Sommermärchen, und es sieht gut aus. Die vielen Aktionen des gemeinsamen Fußball Genusses lässt uns zusammenrücken, wir treffen uns mit Leuten, die wir vorher nicht kannten, rücken im kollektiven Interesse zusammen. Wenn früher Kumpels zum Fußball gucken kamen, war man unter Freunden. Der Begriff „Freunde“ wird von Facebook ja etwas ausgehöhlt, denn wer hat schon 742 „echte Freunde“, es sind welche dabei, aber das meiste sind Bekanntschaften. Wenn aber ganze Zelte von Menschen gemeinsam jubeln, wertet das unser Miteinander auf, es ist toll, mit so vielen gemeinsam zu fiebern, zu feiern.

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Viele Grüße aus dem Rathaus.

Ihr

Achim Knoke

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