Seite 2 vom 30.06.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

heute läuft die Frist ab.

Sie können sicher sein, das die Grundsteuer sich in 2016 nicht erhöht. Damit einher geht für uns der Auftrag der Mehrheit der Stadtverordneten, den Rest des Jahres unter der vorläufigen Haushaltsführung zu arbeiten. Diesen demokratisch gefassten Beschluss werden wir umsetzen. Das bedeutet, dass wir für freiwillige Leistungen kein Geld ausgeben dürfen. Sind wir nicht rechtlich oder vertraglich verpflichtet, ist die Ausgabe nicht zwingend erforderlich und unaufschiebbar, bleibt das Geld in der Kasse. Viele Dinge im täglichen Leben werden sich ändern.

Aber wir leben auch sonst in bewegten Zeiten. In der vergangenen Woche war viel los. Unsere Jungs spielen tollen Fußball in Frankreich, Großbritannien will aus der EU austreten. Menschen beschließen ohne genaue Kenntnis über den Sachverhalt Dinge, die sie bereuen, sobald klar wird, was das heißt.

Helden unserer Kindheit und Jugend sind gegangen. Meine Frau berichtete mit trauriger Miene: „Schimmi und Thanner ermitteln wieder zusammen“, es hat drei Sekunden gedauert, bis der Groschen bei mir gefallen war. Bud Spencer hat uns verlassen, einer, den seine Kollegen als feinfühligen Menschenfreund beschreiben.

Unsere Jugendfeuerwehr absolvierte gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus dem Landkreis eine Übung am Kindergarten und lieferte eine herausragende Leistung ab, die Ihre Ausbilder stolz macht.

Und am Sonntag, zwischen zwei Terminen, geschah dann direkt vor der eigenen Nase der schwere Verkehrsunfall auf der B26, Fremde Menschen hinter Windschutzscheiben wurden plötzlich zu einem Team von Menschen, das gemeinsam dafür sorgt, dass Verletzte versorgt, die Unfallstelle abgesichert, Fahrzeuge umgeleitet werden und der Rettungshubschrauber landen kann. Eine moderne Inszenierung eines alten Themas (Lk 10,25-37).

Im Rahmen der Wirtschaftsförderung stand vergangene Woche ein Besuch an, der wieder zeigt, was in Babenhausen alles passiert. Die Leistungen einer Event- und Entertainment Agentur im nationalen und internationalen Umfeld, die Kreativität und die Liebe zum Detail sind sehr beeindruckend. Und noch einen drauf setzt die Rückmeldung zum Tourismus in unserer Stadt, da wird von internationaler Kundschaft berichtet, die nach einem Besuch in einer E-mail schreibt: „ich bin auf der ganzen Welt unterwegs, habe in den luxuriösesten Hotels übernachtet, aber Babenhausen wird mir immer im Gedächtnis bleiben für die herzliche Gastlichkeit, die Liebe zum Detail in der Versorgung der Gäste“. Und dazu fallen mir aus dem Stegreif direkt sechs Adressen ein, für die das passt.

Der herzliche Umgang mit den Mitmenschen ist ein Babenhäuser Phänomen. An vielen Stellen ist das besonders spürbar.

So stimmt es mich traurig, dass mit dem Ende dieses Monats aus Haushaltsgründen die lange Tradition beschnitten werden muss, Jubilare zu den Geburtstagen und Hochzeitstagen zu besuchen. Der demographische Wandel erhöht die Anzahl an Geburtstagen über 80 und goldenen Hochzeiten. Leider werden wir die goldenen Hochzeiten, die 80. und 85. Geburtstage nun nicht mehr besuchen. Hier haben ich viel Gastfreundschaft und Sympathie erlebt, die ich vermissen werde. Erst ab 90 oder der Diamantenhochzeit kommt ein Mitglied des Magistrats nun mit einem Geschenk vorbei, und auch das wird kleiner. Unter der vorläufigen Haushaltsführung ist uns sogar das untersagt.

 

Viele Grüße aus dem Rathaus.

Ihr

Achim Knoke

Bericht des Bürgermeister vom 23.06.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im Augenblick und auf absehbare Zeit überschattet der Beschluss vom letzten Donnerstag nicht nur die Stadtverwaltung selbst. Viele Errungenschaften, von liebgewonnen kleinen und großen Gewohnheiten bis zu wichtigen Maßnahmen mit immenser Wirkung sowohl auf uns hier in Babenhausen als auch weit über die Stadtgrenzen hinaus müssen mangels fehlender Finanzierung entfallen.

Da nützen zwar gute Verhandlungsergebnisse zu städtebaulichen Verträgen, fortschreitende Planung für die Kasernenentwicklung oder ein friedliches Miteinander mit den Flüchtlingen der Stadt Babenhausen insgesamt weiter, trotzdem ist es schwierig, unter diesen Umständen Erfolge zu feiern. Auch unsere Verschwisterungsfeier mit Lichtentanne war für den Herbst geplant und wird wohl auf bessere Zeiten verschoben werden müssen.

An dieser Stelle darf ich mich herzlich für die Besuche der offenen Sprechstunde zum Haushalt bedanken, die Telefonate, die Ideen und das große Interesse. Gerade die Ideen verfolgen wir weiter. Natürlich laufen die Telefonleitungen heiß, die email Postfächer füllen sich mit Anfragen und Sorgen um die Existenz von Altstadtfest, Weihnachtsmarkt und Co. Die Antworten führen meist zu entsetztem Schweigen.

Doch wir wären nicht Babenhausen, wenn wir mit Krisen nicht fertig würden. Die Analyse der gegebenen Situation ist im groben abgeschlossen, Pläne, wie wir mit dieser Lage umgehen, sind an vielen Stellen auf dem Tisch, an einigen wird noch gearbeitet und das Tagesgeschäft muss auch unter diesen Bedingungen weiter gehen.

Was bedeutet das denn ganz praktisch? Stellen Sie sich vor, die Bank sperrt Ihnen die Konten. Sie haben noch einen Rest Bargeld und noch einige Vorräte im Schrank. Genauso stehen wir da. Also kaufen wir nicht mehr ein. Was wir noch haben, wird rationiert. Besuche zu Geburtstagen und Ehejubiläen fahren wir rigoros zurück, das vorhandene Mineralwasser bleibt für Gäste reserviert, ebenso der Kaffee. Die Autos müssen wir weiter tanken, solange das geht, die Inspektion muss warten. Der Rasen wird nicht mehr gemäht, die Zeitung abbestellt, der Nachbarsjunge kriegt keine 2 € für das Kehren der Straße mehr, wenn Zeit ist, wird selbst gekehrt, sonst bleibt die Straße eben wie sie ist. Genauso bleiben die Geschenke an die Enkel aus. Von der Tafel Schokolade bis zum Zuschuss zum Führerschein am 17. Geburtstag ist einfach nichts mehr da, das verteilt werden kann. Aber die offenen Rechnungen werden bezahlt, und wenn das Dach undicht ist, dann borgen wir uns das Geld, damit die Folgekosten uns nicht umbringen. – Genauso operieren wir jetzt mit unseren Finanzen.

Für unsere Jungs in Frankreich hoffen wir auf ein Sommermärchen, und es sieht gut aus. Die vielen Aktionen des gemeinsamen Fußball Genusses lässt uns zusammenrücken, wir treffen uns mit Leuten, die wir vorher nicht kannten, rücken im kollektiven Interesse zusammen. Wenn früher Kumpels zum Fußball gucken kamen, war man unter Freunden. Der Begriff „Freunde“ wird von Facebook ja etwas ausgehöhlt, denn wer hat schon 742 „echte Freunde“, es sind welche dabei, aber das meiste sind Bekanntschaften. Wenn aber ganze Zelte von Menschen gemeinsam jubeln, wertet das unser Miteinander auf, es ist toll, mit so vielen gemeinsam zu fiebern, zu feiern.

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Viele Grüße aus dem Rathaus.

Ihr

Achim Knoke

Bericht des Bürgermeisters vom 16.06.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die vergangene Woche war sicher in erster Linie vom Thema Haushalt besetzt, dazu wird an anderer Stelle hinreichend berichtet, nochmal ein Danke an alle, die am Montag interessiert die Informationsveranstaltung besucht haben.

Im Zuge der Blicke hinter die unterschiedlichen Kulissen konnte ich einen Einblick in die Arbeit der Gerätewarte unserer Feuerwehr nehmen. Die Kollegen kümmern sich nicht nur um die Einsatzbereitschaft von Fahrzeug und persönlicher Ausrüstung. Sie halten mit der Verantwortung für die Ausrüstung Atemschutz die Gesundheit jedes einzelnen Kameraden in Händen. Eine Verantwortung, die bei jedem einzelnen Handgriff, und sei es der 100.000ste, wieder die höchste Anforderung an die Qualität der Arbeit stellt.

Auch an anderer Stelle arbeiten Menschen zum Wohl von Leib und Leben der Menschen. Das Baugebiet Lachewiesen II wird gerade auf Kampfmittel untersucht, in diesem Zuge werden auch archäologische Besonderheiten in die Untersuchungen mit einbezogen. Allerdings leben wir seit 71 Jahren im Frieden und noch immer haben wir mit den Restbeständen zu kämpfen, die bis heute im Boden liegen. Das ist schlimm genug, aber denkt man an die Millionen Landmienen die in anderen Ländern liegen, teilweise durch Überschwemmungen weit verteilt, so kann einen schon das Grausen packen, verbunden hoffentlich in einer tiefen Dankbarkeit für den Frieden in Europa.

Auch lokal ist das friedvolle Miteinander spürbar. Ob das beim gemeinsamen Fußball schauen am Marktplatz ist, beim Bahnhofsfest in Langstadt, dem Sommerfest von Herigar in Hergershausen, wir kommen zusammen und feiern gemeinsam. Auch gemeinsam arbeiten unsere Flüchtlingshelfer. Deren Treffen konnte ich vergangene Woche ebenso besuchen wie den runden Tisch des Sports, der diesmal in Hergershausen stattfand. Alle mit Sport befassten Gruppen haben hier die Vertreter, die sich zum Gedankenaustausch und zur Abstimmung aktueller Themen treffen und abstimmen.

Und auch im Landkreis sind die Gemeinsamkeiten deutlich spürbar. Der Kreistag hat viele Beschlüsse vor der Sommerpause mit deutlichen Mehrheiten getroffen. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Kommunen im Landkreis haben gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Darmstadt und den Spitzen des Landkreises ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein Miteinander gesetzt mit der Aktion „Lieber Nachbar Boateng, alles Gute zur EM“. Ich bin stolz, dass ich Teil dieser Aktion sein konnte.

Für die weitere EM fiebern wir gemeinsam und haben hoffentlich viele schöne Momente, ob im privaten mit Freunden oder bei den öffentlichen Veranstaltungen in den Vereinen, auf dem Marktplatz oder anderen Orten.

Ihr

Achim Knoke

Bericht des Bürgermeisters vom 09.06.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

viele Schnüre laufen im Bürgermeisterbüro zusammen. Zum 01.07.2016 bekommen wir neue Ansprechpartner für die HEAE in der Kaserne. Das Regierungspräsidium in Gießen übernimmt die volle Koordination und Verantwortung, die Amtshilfe des RP Darmstadt endet. Der Übergang ist geregelt, die neuen Gesichter stellen sich vor. Derzeit ist die Belegung der Kaserne unter 400 Personen. Es waren bis vor wenigen Tagen sogar unter 240 Flüchtlinge in der Einrichtung.

Doch von Wirtschaftsförderung über Neuerungen in den IT Systemen der Verwaltung bis hin zu Straßen-, Kanal-, Grünpflege und Haushaltsthemen wechseln die Handlungsstränge schnell und mehrfach am Tag. Die aktuelle Finanzlage ist eine große Herausforderung und öfter als sonst höre ich „Ihren Job wollte ich nicht haben“. Nun, bei der Vielseitigkeit kaum nachvollziehbar für mich, denn ich mache es gern.

Die Menschen, die am Wochenende in den verschiedenen Vereinen und Stadtteilen durch die von ihnen veranstalteten Events das Leben in Babenhausen bereichert haben, trotz starker Regenfälle nach schon fast übermäßigem Sonnenschein, denen möchte ich „Danke“ sagen.

Nachdem in dieser Woche noch viele Termine, Beratungen, Sitzungen und Diskussionen stattgefunden haben und noch stattfinden, sind am kommenden Wochenende wieder diverse Feste und Events, für mich ein 90. Geburtstag, davon hatten wir im vergangenen Jahr nur 14. Ein besonderer Termin wird ein außerplanmäßiges Treffen der Bürgermeisterkollegen im Landkreis am Freitag sein. Hier zeigen wir gemeinsam Farbe und Flagge für ein friedvolles Miteinander.

Und die kommende Woche startet dann mit einer Besprechung mit den Fachbereichsleitern, gefolgt von der Kreistagssitzung und einer Informationsveranstaltung für Sie alle zur Haushaltslage.

So wünsche ich Ihnen gemeinsam mit allen Mitarbeitern ein tolles und sommerliches Wochenende und eine gute neue Woche.

Viele Grüße aus dem Rathaus.

Ihr

Achim Knoke

Bürgerinformationsveranstaltung: Das Loch im Haushalt muss gestopft werden – was tun, wenn Nadel und Faden nicht mehr ausreichen?

Noch immer gibt es keinen beschlossenen Haushalt für das Jahr 2016. Zur Stadtverordnetenversammlung am 16.06.2016 muss dafür eine Lösung gefunden werden.

Welche Möglichkeiten im Raum stehen, welche nicht genutzt wurden und welche Konsequenzen auf uns und auf Sie als Bürger zukommen, möchten wir Ihnen bei einer Bürgerveranstaltung näherbringen, da uns Transparenz, besonders in schwierigen Zeiten besonders am Herzen liegt.

Daher laden wir Sie am Montag, den 13.06.2015 um 19:00 Uhr zur Bürgerinformationsveranstaltung in die Stadthalle Babenhausen, Bürgermeister-Rühl-Straße 6, ein.

Nähere Informationen zur Veranstaltung werden wir in der kommenden Woche bekanntgeben.

 

 

Joachim Knoke

Bürgermeister

Bericht des Bürgermeisters vom 02.06.2016

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

zu Hause ist es am schönsten. So sehr es auch den Horizont erweitert, Reisen in fremde Länder zu unternehmen und andere Kulturen kennenzulernen, so ist doch die Rückkehr in die Heimat am Ende das Beste.

Und mit der Rückkehr nach Babenhausen kommt nicht nur der Genuss ausgezeichneten Spargels und die hessische Freundlichkeit oder die generelle Schönheit unserer historischen Stadtkerne wieder in greifbare Nähe. Netter Besuch aus Ohio auf den Spuren der Vorfahren findet sich im Rathaus ein und schwärmt von der Schönheit unserer Stadt samt ihrer Stadtteile. Und die vielen geschlossenen Baustellen und Straßenaufbrüche fallen sofort ins Auge.

Da sind die Einsätze unserer Feuerwehr glimpflich abgegangen, drei Einsätze innerhalb 12 Stunden zur Nachtzeit, wir können stolz auf die Kameraden sein.

Auch die starken Regenfälle entlang unserer Gewässer nebst Oberläufen haben trotz der Reparaturen am Wehr der Konfurter Mühle zwar unsere Experten vom Bauamt beschäftigt, durch erfahrene und kluge Vorgehensweise sind aber auch hier keine Schäden entstanden. In anderen Ecken Deutschlands sieht das anders aus. Schauen wir in unsere Partnerstädte, so scheint Babenhausen/Schwaben noch davongekommen zu sein und aus Lichtentanne erreichen uns Nachrichten über einen Förderbescheid zur Planung des Breitbandausbaus. Toll für die Gemeinde dort, wir sind da Gott sei Dank schon in den letzten Zügen der Umsetzung.

Doch im Augenblick beschäftigt uns im Rathaus viel mehr die Handlungsfähigkeit der Gemeinde. Durch das Fehlen eines genehmigungsfähigen Haushalts gilt weiter die vorläufige Haushaltsführung, die unsere Möglichkeiten auf ein Mindestmaß beschränkt. Was nicht zwingend und unaufschiebbar oder freiwillig ist, muss warten. Damit verzögern sich nicht nur die Auszahlungen von Vereinsunterstützung oder Zuschüssen. Derzeit stehen alle Planungen für Aktionen und Events, die unsere Stadt zu dem machen, was sie sein soll, nämlich lebens- und liebenswert, auf Parkposition. Denn ohne eine Aussicht auf einen Haushalt sind Ferienspiele, Unterstützung des Altstadtfests, das Quartalsprogramm der Jugendförderung, oder die liebgewonnenen Seniorennachmittage zum Jahresausklang genauso auf Stop wie interne wichtige Verwaltungsprojekte wie die Vorbereitung der Abschaltung des ISDN Telefonanschlusses, der elektronische Sitzungsdienst oder der automatische Rechnungslauf. Dinge also, die Geld sparen müssen auch warten. Ebenso in Warteposition ist die Vergabe von Grünpflege, die der Bauhof nicht selbst leisten kann. Die Liste ließe sich fortsetzen. Ob wir diese sehr unangenehme Situation zeitnah bewältigen, hängt von den Entscheidungen der Stadtverordneten ab.

Trotzdem sind genug bereits begonnene oder unbedingt erforderliche Maßnahmen auf den Schreibtischen, die abgearbeitet werden. Im Rahmen der Möglichkeiten legt sich die Verwaltung voll ins Zeug. Denn egal, wie anstrengend es ist und wird: unser Babenhausen ist es wert!

Viele Grüße aus dem Rathaus.

Ihr

Achim Knoke